Donnerstag, 29. September 2016

Was Kaffee und Tête de Moine gemeinsam haben

Abgesehen von betörenden Duftnoten haben Kaffee und Tête de Moine auf den ersten Blick nur wenig Gemeinsamkeiten. Bei näherer Betrachtung aber entdecken wir ungeahnte, verbindende Eigenschaften zwischen der kleinen, feinen Käsespezialität aus dem Jura und dem kleinen, schwarzen Weltgetränk aus Äthiopien.


Für einen ausgezeichneten Tête de Moine braucht es, wie für eine ausgzeichnete Tasse Kaffee, bestes Rohmaterial. So wie es Kaffeebohnen und Kaffeebohnen gibt, ist auch Milch nicht gleich Milch. Es gibt uperisierte Milch die mit Milch fast nur noch die Farbe gemeinsam hat, es gibt pasteurisierte Milch, Biomilch, Rohmilch, Frühling-, Sommer-, Herbst- und Wintermilch und sogar Nachtmilch gibt es. Käse der mit Frühlingsmilch hergestellt wird hat eine andere Farbe als sein Bruder aus Herbstmilch. Nun ist es aber so, dass der Konsument (anscheinend) immer die genau gleichen Qualitätsansprüche hat, Naturprodukt hin oder her. Dies führt dazu, dass ein eigentlich köstliches Ausgangsprodukt standardisiert werden muss damit es die immer gleichen Verarbeitungseigenschaften aufweist. Nur so kann eine industrielle Verarbeitung und ein damit einhergehender tiefer Verkaufspreis gewährleistet werden. Masse nivelliert die Qualität nach unten, immer, ob Käse, Schinken, Uhren, Äpfel, Schokolade, Nespresso oder Kaffee. So gibt es eben industriellen Tête de Moine und industriellen Kaffee. Und dann gibt es da auch so kleine, feine Produzenten wie zum Beispiel Bernard Froidevaux aus Montfaucon einer ist. Der braucht für seinen Tête de Moine nur Bio-Sommer-Rohmilch von den eigenen Kühen. Und er ist noch der einzige (!) der die Milch für die Käsezubereitung im Kupferkessel über dem Holzfeuer erhitzt. Natürlich hat so ein Käse auch seinen Preis. Aber! Er hat auch einen Wert und er beinhaltet Lebenskraft. Über diese Wertigkeit unserer Lebens-Mittel sollten wir uns vermehrt Gedanken machen, denn auch unser Leben hat nicht nur einen Preis sondern eben auch einen Wert.


Für einen ausgezeichneten Tête de Moine braucht es also nicht nur ein ausgewähltes Rohprodukt, es braucht Feuer, es braucht eine Fermentation, es braucht viel Handarbeit, Liebe, Respekt und ... Zeit.
Für einen auszeichneten Kaffee ist das dasselbe. Ein ausgewähltes Rohprodukt, eine Fermentation, Feuer zum Rösten, viel Handarbeit, Liebe, Respekt und ... Zeit. Käse und Kaffee haben also einiges gemeinsam. Aber das ist noch nicht alles. Wie im Menschenleben gesellt sich auch bei Nahrungsmitteln Gleich und Gleich gern und scheinbar völlig gegesätzliche Stücke ergeben Traumpaare, bzw. -paarungen. Und so wie es für Menschen Datingseiten gibt, gibt es spezielle Seiten für Foodpairing, die einen mit hochkomplizierten Algorithmen und dementsprechend teuer und professionell, andere gratis aber dafür nicht sehr präzise. Wer es etwas genauer, persönlicher und indivudeller möchte, wendet sich am Besten an Christine Brugger von Aroma/Reich, ausgewiesene Spezialistin die wir bereits auf unserem Blog portraitiert haben.

© istockphoto
Wer nun denkt, Käse und Kaffee, also nein, das passt niemals zusammen, irrt. Probieren Sie doch mal ein Käse-Fondue mit Kaffee. Einfach das im Fondue gerührte Brot statt in Pfeffer in frisch gemahlenen Kaffee stippen. Oder eine Rosette vom feinsten Tête de Moine mit wenig, natürlich frisch gemahlenem, Kaffee (unter uns gesagt, der Tête de Moine von der Ferme La Fleur braucht das nicht, aber ein industrieller wird damit schon noch etwas aufgepeppt). Oder eine Kaffee-Zwiebelsuppe mit viel geriebenem Gruyère. Oder ... auf oben verlinkten Foodpairingseiten finden Sie noch ganz viele Ideen, sollte Ihre Phantasie Sie mal im Stich lassen. Ein Aromarad hilft übrigens, Ihren Lieblingskaffee geschmacklich zu definieren und so optimale Kombinationen zu finden.


Ein ausgezeichneter Tête de Moine und unser handgepflückter, an der Sonne getrockneter, handverlesener und langsam trommelgerösteter Wildkaffee haben also ziemlich viel gemeinsam. Nicht nur sind sie handwerkliche Präzisionsprodukte,  denen die von Bernard Froidevaux so schön beschriebene Vitalität inne "wohnt", sie teilen sich auch eine unvergleichliche Aromenvielfalt die Ausdruck ihres Terroirs ist und beide bereiten einen nachhaltigen Genuss den man durchaus mit himmlisch bezeichnen darf.

Freitag, 16. September 2016

Veganer Baumnuss-Kaffee-Cake

Das Gute an veganem Essen ist, dass auch Nicht-Veganer dieses geniessen können. Man muss also nicht unbedingt diesen, hauptsächlich dem Tierwohl verbundenen Lebens- und Ernährungsstil gewählt haben um in den Genuss von Seitan-Schnitzel, einem Linsen-Eintopf oder selbstgemachter Hafermilch zu kommen. Wir möchten hier nicht Partei nehmen für oder gegen Veganismus, leben und leben lassen ist unsere Devise.


Mit folgendem Rezept möchten wir aber zeigen, dass man auch ohne Butter, Eier und Rahm einen äusserst schmackhaften Kuchen backen kann, dass das der veganen Backkunst anhaftende Vorurteil von schwer und fad nur eines ist, ein Vorurteil eben. Letztes Jahr publizierten wir an dieser Stelle zum Auftakt der Genusswoche die Svizzer-Café-Gusto-Torte. Den veganen Baumnuss-Kaffee-Cake dieses Jahres widmen wir einem der zahlreichen Anlässe der diesjährigen Genusswoche, dem heute im waadtländischen Sévery zum 14. Mal stattfindenden Fête à la noix. Und wenn Sie das Glück haben sollten spontan zur Moulin de Sévery, der einzigen in der Schweiz noch kommerziell betriebenen Baumnussmühle, zu pilgern, probieren Sie unbedingt auch die Caramel au noix der famosen Valérie Henchoz aus La Chaux-de-Fonds (Crème renversante), diese sind dann allerdings nicht sehr vegan ...

Veganer Baumnuss-Kaffee-Cake

Zutaten Cake
4 cl starken, kalten Kaffee
2,5 dl Mandelmilch
1 EL Apfelweinessig
8 cl neutrales Pflanzenöl
1 TL Vanillezucker
260 g Vollkornmehl
1 TL Natron
1 TL Backpulver
1/2 TL Salz
100 g Zucker
80 g fein gehackte (nicht gemahlene Baumnüsse)
8 Baumnusshälften zum dekorieren

Zubereitung
Ofen auf 170 °C vorheizen, zwei Springformen von 20 cm Durchmesser fetten.
In einer kleinen Schüssel die Mandelmilch und den Apfelweinessig mit dem Schneebesen schlagen und ein paar Minuten ruhen lassen, dann das Öl, den Vanillezucker und den Kaffee dazuschlagen.
Mehl, Natron, Backpulver und Salz sieben und dann den Zucker dazugeben. Alles miteinder mischen bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Wenn die Mischung zu trocken ist noch etwas Mandelmilch dazugeben bis der Teig locker von der Rührkelle tropft. Die gehackten Baumnüsse daruntermischen und die Backformen gleichmässig füllen. Etwa 25 Minuten backen bis sich der Cake leicht vom Rand löst. Diese für fünf Minuten in der Form ruhen lassen bevor man sie auf ein Gitter gibt zum auskühlen.



Zutaten Crème

300 g Margarine oder ähnliches
250 gr Puderzucker
1 TL Vanillezucker
4 cl starken, kalten Kaffee

Zubereitung
Für die Crème die weiche Margarine mit einer Prise Salz und 60 g Puderzucker luftig schlagen. Dann jeweils etwa 60 g Puderzucker einarbeiten bis alles aufgebraucht ist. Anschliessend den Vanillezucker und den Kaffee untermischen. Die Crème sollte leicht, cremig und luftig sein. Die Hälfte der Crème auf einen Cake verstreichen, den zweiten drauflegen und den Rest der Crème darauf verteilen. Mit den 8 Baumnusshälften dekorieren.


Variante
Das Originalrezept haben wir auf diesem Blog gefunden. Für unseren veganen Baumnuss-Kaffee-Cake haben wir uns für diese Kokosmilch-Schlagrahm-Variante entschieden. Wir sind vom Rezept abgewichen weil wir mal bei einer guten Freundin mit Soja-Schlagrahm gefüllte Profiteroles gegessen haben. Die waren einfach himmlisch gut, was uns sehr überrascht hat. Wir haben dann mal gegoogelt und fanden die Zutatenliste nicht sehr appetitlich ... Beim weitergoogeln sind wir auf diese Kokosmilch-Crème gestossen die wir unbedingt ausprobieren wollten. Fazit: Das Originalrezept wäre geschmacklich vermutlich etwas mehr auf der Kaffeeseite, der Kokosnussgeschmack ist eine Spur zu prägnant. Die Kokosmilch-Variante ist aber sehr leicht und nicht allzu süss.

Welches ist Ihr Lieblingsrezept für einen leichten, luftigen, veganen Kuchen?

Donnerstag, 1. September 2016

Es muss nicht immer Lissabon sein

Portugal hat einiges mehr zu bieten als die touristische Südküste Algarve oder das trendige Lissabon. Da ist zum Beispiel die historisch bedeutsame Universitätsstadt Évora die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, der landwirtschaftlich geprägte Naturpark Costa Vicentina mit einsamen Traumstränden oder die durch herbe Schönheit beeindruckende Industriestadt Porto. Aber nicht nur deshalb lohnt sich eine Reise nach Lusitanien, sondern auch weil der Kaffee in diesem Land ganz besonders gut schmeckt.


Allen die das selber überprüfen möchten empfehlen wir einen Städtetrip nach Porto, einer Stadt mit einer wunderbaren Kaffeekultur. Guten Kaffee findet man hier fast überall und ein Espresso kostet meist nur 80 Cents. Nachfolgend eine kleine Auswahl Cafés die wir Ihnen ganz besonders ans Herz legen können. Das älteste Café der Stadt ist das geschichtsträchtige Progresso, welches seit 1899 als kultureller Quartiertreffpunkt eine wichtige und beliebte Institution ist.


Gleich um die Ecke, unweit der eindrücklich gekachelten Kirche do Carmo befindet sich das Café Moustache, ein vor allem tagsüber beliebtes Café mit einem köstlichen Angebot an frischer Pâtisserie.



Im gleichen Quartier befindet sich das von vielen Touristen vor allem wegen der berühmten Eclair besuchte Leiteria da Quinta do Paço. Hier zu frühstücken raten wir allerdings ab, denn das Café ist genauso berühmt für seine Eclair wie es berüchtigt ist für seinen Service. Wählen Sie lieber einen Tisch gleich nebenan, in der Padaria Ribeiro, das Frühstück ist mindestens (!) genaus so gut, der Service herzlich und aufmerksam.


Die letzte Café-Empfehlung in diesem äusserst spannenden Viertel ist das Café Piolho D'ouro. Auch dies ein gemütliches Quartiercafé für den kleinen Schwatz, um die Zeitung zu lesen oder um auf das Tram zu warten. Drei Häuser weiter befindet sich die Garrafeire do Carmo, ein kleiner, unscheinbarer Laden aber wohl Portos bester Weinhändler.



In der Rua Santa Caterina, der Strasse, in der sich alle internationalen Modelabels angesiedelt haben, findet man das Café Majestic. In Porto gibt es viele Zeitzeugen der Belle Epoque. Das Café Majestic, eines der schönsten Cafés der Welt, sagt man, ist ein ganz spezielles Bijou, öffentlich zugänglich aber oft so voll, dass man Schlange stehen muss (was wir nicht gemacht haben).


Weitere empfehlenswerte Cafés, die wir aber nicht selber testen konnten sind das Nata Lisboa, ebenfalls in der Rua Santa Caterina, dann das Almanaque - Magazinces & Coffee und das Guarany an der Praça da Liberdade, einem grosszügigen Platz der schön repräsentiert aber nicht wirklich lebt. Kaffee ist in Portugal deshalb so besonders gut, weil er hier in grossen Teilen immer noch schonend geröstet wird. Mehr über die spezielle Kaffeekultur Portugals findet man in diesem Artikel hier.

Feinkost-Spezialitäten wie Sardinen, Schinken vom Schwarzfussschwein, Käse und wundervolle Pâtisserie findet man in vielen kleinen Läden rund um die Markthalle do Bolhão, ganz in der Nähe des Café Majestic oder auch in der Mercearia das Flores, wo Liebhaber von regionalen und biologischen Spezialitäten alles finden, was ihr Herz höher schlagen lässt.

Wir haben uns bewusst abseits von Touristenströmen gehalten, sind also nicht auf einer der vielen Brücken (eine wurde übrigens von Eiffel gebaut und heisst auch der liegende Eiffelturm) die über den Douro führen auf die andere Flussseite um eine der vielen Führungen in den Porto-Häusern zu machen und auch auf eine Schifffahrt haben wir verzichtet. Dafür haben wir den Sonnenuntergang, wie viele Einwohner Portos, im Gemeindepark do Horto das Vitudes genossen. Beim Rumschlendern haben wir, und das ist noch (!) ein Geheimtipp, eine Bar auf einer frisch eröffneten Dachterrasse entdeckt mit einem absolut fantastischen Panorama über die Stadt und den Fluss.


Zum Abendessen begeben wir uns dann in das drei Schritte entfernte, von einer Mutter und ihren zwei Töchtern geführte O Caraças, in dem man viele Einheimische trifft und das mit unheimlich frischer Küche aufwartet. Gut Essen kann man in Porto an ganz vielen Orten, bei den bekanntesten Adressen kommt man spontan nur mit Glück rein.


Wir könnten noch kilometerlang über Porto schreiben, aber das würde wohl kaum jemand lesen. Deshalb am besten selber ausprobieren. Wir wünschen viel Vergnügen.

Sonntag, 21. August 2016

Die Kaffa-Sommergazette 16/3

Bereits sind wir wieder bei der letzten Sommer-Gazette angelangt. Während die Einen sich noch an Portugals Traumstränden ausruhen und in Porto Kaffee trinken, sitzen die Anderen schon wieder in Kriens im Büro und bereiten all die Verkaufsaktivitäten vor, die im Herbst anstehen, wie zum Beispiel den wunderbaren Slow Food Market in Zürich. Bei unseren ersten Leseempfehlungen streifen wir noch ein wenig in der Welt umher, bevor es wieder ins traute Heim geht und was man dort alles so braucht (oder auch nicht) für einen genüsslichen (Kaffee-)Alltag.


Andere Länder, andere Sitten gilt natürlich auch beim Kaffee. Die Geschmäcker scheiden sich oft schon an den Landesgrenzen, so hat zum Beispiel der Instantkaffee eines grossen Produzenten mit Sitz in Vevey je nach Land einen ganz anderen Geschmack. Wie gross die Unterschiede von Kontinent zu Kontinent sind zeigt uns dieser Artikel.


Und weiter geht es mit sechs innovativen Arten Kaffee zu geniessen, internationale Kaffeetrends, die vielleicht auch bei uns Furore machen. Wie immer gilt auch hier, originell ist ja nicht immer gleich gut. Uns persönlich ist der Geschmack wichtiger, aber über den lässt sich ja nicht (oder eben doch) streiten. Welchen dieser Trends würdet ihr gerne hier in der Schweiz geniessen?


Zurzeit weilen wir auf der Iberischen Halbinsel, genauer gesagt an der wunderschönen Costa Vicentina in Portugal in den Ferien. Nächste Woche fahren wir nach Porto und dann über Galicien, die nordwestlichste Ecke Spaniens, Richtung Frankreich und wieder zurück in die Schweiz. In Galicien (nicht zu verwechseln mit Galizien, einer in Südpolen und der Westukraine gelegenen Landschaft) gibt es ein Getränk, welches uns immer wieder verzaubert, die Queimada. Im obigen Rezept werden dem Trank am Schluss ein paar Kaffeebohnen zugefügt, in der uns mündlich überlieferten Variante wird dem Trank, sobald der Alkoholgehalt zu tief ist um zu brennen, ein grosser Krug frisch gebrühter Kaffee hinzugefügt. Ein wahrer Zaubertrank mit magischen Kräften.


Spätestens nächste Woche geht für fast alle in der Schweiz der meist ziemlich unmagische Arbeitsalltag wieder los. Da laufen dann auch die Kaffeemaschinen wieder auf Hochtouren, um so richtig in Schwung zu kommen. Immer mehr sollen uns kleine Helferlein, sogenannte Apps, Applikationen für das Smartphone, den Alltag erleichtern, nun gibt es sogar eine per App gesteuerte Kaffeemaschine. Was die taugt lest ihr hier, allen anderen empfehlen wir unseren Artikel zur Erinnerung, wie man am besten Kaffee mit der Mokkakanne kocht, ganz ohne App, dafür mit viel Liebe, Lust und Leidenschaft.

Und zu guter Letzt, immerhin ist dies ja eine leichte Sommergazette, eine unheimlich (!) wertvolle Information für alle, die immer wieder ohne Frühstück aus dem Haus rennen. Rettung naht in Form von Flüssignahrung. Der Superfood hört auf den appetitlichen Namen Coffiest und den hungermachenden Beitrag zum Werbefilm lest ihr auf hier auf Wired.

Wir wünschen allen einen guten Start in das neue Schuljahr, die Lehre, das Studium, den Arbeitsalltag oder die Ferien. Suchen Sie sich das aus, was Ihnen am besten gefällt. Herzliche Grüsse und bis zum nächsten Sommer, er kommt bestimmt. Nun freuen wir uns auf den Herbst!

Mittwoch, 3. August 2016

Die Kaffa-Sommergazette 16/2

Sommersonne, Strand und Meer, Herz, was begehrst du mehr?
Es glitzert der See, er ladet zum Bade, ich sitz im Büro und das find ich schade.

I scream, you scream, everybody wants Ice cream.
...


Wir geben's zu: Es ist heiss und unsere Hirnwindungen machen Ferien. So wie Sie hoffentlich auch. Ob in Schweden, Korsika oder in Rimini am Strand, am Arniseeli, in der heimischen Badi oder im Schrebergarten, geniessen Sie die Sommertage so fest Sie können. Ein bisschen Ausruhen, Siesta machen, saftige Pfirsiche essen und zwischendurch mal was spannendes Lesen, das Leben ist schön. Und die Lektüre, spannendes, informatives oder kurzweiliges aus der Welt des Kaffees, liefern wir Ihnen gleich frei Haus. Viel Genuss!


Kaffee trinken ist Eines, Kaffee aubewahren was ganz Anderes. An was denken Sie beim Wortpaar Kaffee aufbewahren, an die Bohnen oder heissen Kaffee? Die Süddeutsche Zeitung meint, der Kaffee solle besser in der Thermoskanne aufbewahrt, sprich warmgehalten werden als auf der Heizplatte. Aber wo bewahrt man die Kaffeebohnen am besten auf? Im Kühlschrank? In der Vorratsdose? In der Originalverpackung? Hier finden Sie eine überraschende Liste für die richtige Aufbewahrung von Lebensmitteln. So viel vorweg, die Originalverpackung ist besser als die Vorratsdose.


Als eifrige Leserin, als eifriger Leser unseres Blogs geniessen Sie in diesen Sommertagen sicher gerne einen Coldbrew (NeuleserInnen, die wir natürlich herzlich willkommen heissen, finden hier die entsprechende Info). Die ARD hat dem Thema eine Sendung gewidmet in der Barista Markus Badura ein paar spannende Rezepte preis gibt, zum Beispiel ... aber Nein, das sagen wir nicht. Schauen Sie selbst. Und auf Stylebook finden Sie sieben coole Rezepte für Eiskaffee der Sie noch schöner macht.


Wir haben ja unsere kleine Mokka-Kanne immer im Urlaubsgepäck. Wie man damit richtig guten Kaffee zubereitet haben wir hier beschrieben. Natürlich haben wir die Kanne anschliessend immer schön sauber geputzt. Nun lesen wir in diesem Artikel hier aber, warum man das besser bleiben lassen sollte. Unser Chef-Barista Willy Zemp rät übrigens, den Kaffee so schnell wie möglich umzuleeren, damit er keinen metallenen Geschmack annimmt.


Nun ja, es ist Sommerzeit und da erlauben wir uns, ausnahmsweise (!), ein eher leichtes Thema aufzugreifen, welches in diesem nicht allzu ernst zu nehmenden Artikel behandelt wird: So geht "schlecht Küssen". Laut einer Studie haben rund zwei Drittel aller Menschen schon einmal eine Beziehung beendet, weil ihr Partner schlecht küsste. Aber wie definieren das eigentlich Wissenschaftler: schlecht küssen? Und warum finden wir diese Information erwähnenswert? Till Raether beschreibt sieben verschiedene Kusstypen, eine davon ist die French Press, unter Kaffeeliebhabern auch als Presstempelkanne bekannt. Na, gespannt wie der French Press-Kuss geht, oder der Feinschmecker-Kuss, oder der Freches-Kätzchen-Kuss? Hier steht's? A propos Küssen: In Australien gibt es ein Café, dort können Paare statt zu zahlen sich küssen.

Wir wünschen Ihnen einen wunderschönen, leichten Sommer mit vielen Sternstunden.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Die Kaffa-Sommergazette 16/1

Wie jedes Jahr servieren wir Ihnen auch diesen Sommer wieder eine leichte Sommergazette mit kleinen, frischen Häppchen aus der grossen weiten Kaffeewelt. Ob am Strand, in den Bergen, am See oder im Büro bei einer kleinen Pause, wir lassen Sie auch in der Ferienzeit nicht im Stich und haben auch heute wieder ganz spezielle Kaffeeperlen für Sie ausgesucht. Lassen Sie sich überraschen und geniessen Sie das Dolce far niente oder eine kleine Kaffeepause, am besten mit einem eisgekühlten, erfrischenden ColdBrew Tonic.

http://kaffawildkaffee.blogspot.fr/2016/06/cold-brew-kalter-kaffee-fur-heisse.html



Was kommt Ihnen zum Thema Kaffeewerbung in den Sinn, ausser George Clooney? Exotische Länder, Latino-Musik, Kaffee-Schönheiten und coole Typen, dampfende Espresso-Tassen mit wunderschöner, zentimeterdicker Crema? Wie würde ehrliche Kaffeewerbung aussehen? Roger zeigt es uns in diesem Youtube-Video




Die Einen lieben Kaffee auf die neue, nordische Art, als Filterkaffee, die Anderen bevorzugen ihn eher nach der klassischen, italienischen Variante. Aber wie trinken ItalienerInnen eigentlich den kleinen Schwarzen im heissen, sonnigen Sommer des Südens? Natürlich gibt es da den von uns so innig geliebten Affogato al Caffè, der viel mehr ist als die Summe seiner Einzelteile, eine Kugel Vanille-Glacé und ein heisser Espresso. Aber die kulinarisch versierten Italiener haben mehr als nur ein Rezept auf Lager, kennen Sie zum Beispiel den Caffè Shakerato?




Sommerzeit ist Ferienzeit und Ferienzeit ist oft Reisezeit. Ferienzeit ist aber auch Lesezeit und allen, die noch nach Ferienlektüre suchen, möchten wir diese wunderbare Buch von Richard David Precht ans Herz legen: Wer bin ich - und wenn ja, wie viele? Hinter dem etwas sperrigen Titel verbirgt sich eine wahre Schatzkiste an Denkanstössen, eine abenteuerliche Reise philosophischer Art. Meist leicht und etwas respektlos vor all den grossen Denkern führt uns Precht in kurzen Kapiteln durch drei grosse Fragen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? und Was darf ich hoffen?
In unserem bis vor kurzem meistgelesenen Blogbeitrag "Fair Trade, Marketing-Witz oder echte Lebenshilfe?" sind wir der Frage "Was ist gerecht?" nachgegangen. In unserem Buchtipp finden Sie ein wunderbares Kapitel zum Thema.

http://www.buchhandlung-bodmer.ch/



In dem Moment in dem wir diesen Blogbeitrag schreiben sitzen wir in Frankreich und geniessen den Sommer. Die allerbeste aller Ehefrauen hat soeben bei einer Bäuerin in Ardèche 5 Kilo Himbeeren bestellt die sie, sobald wir sie geholt haben, in unheimlich wohlschmeckende Konfitüre verwandeln wird. Sie wird löffelweise Sommer, Sonne und Ferien in die kalten, grauen Wintertage bringen. Wir haben zwar letztes Jahr schon darüber geschrieben aber vielleicht haben Sie es ja verpasst, himmlische Himbeerkonfitüre schmeckt noch himmlischer mit etwas Kaffee drin. So gut, dass sogar die berühmte 3*-Köchin Anne-Sophie Pic sie in ihr Repertoire aufgenommen hat. Und für alle, die es noch nicht gelesen haben hier nochmals das Rezept (nicht von Madame Pic aber mindestens genauso gut).

http://jnanesirine.com/confiture-framboise-cafe





Sommer hin oder her, Flecken sind ein Schreck. Meistens. Ausser Kaffeeflecken, natürlich. Besonders wenn sie so süss daherkommen wie diese kleinen Monster. Stefan Kuhnigk verwandelt mit einem Zeichenstift und viel Geschick Kaffeeflecken in wunderbare Fabelwesen die uns zumindest zum Schmunzeln bringen. Wenn Sie das nächstemal Kaffee verschütten, nicht aufregen, einfach einen Zeichenstift holen und ganz entspannt loslegen. Wir sind hin und weg von seinen Phantasiegeschöpfen.

http://www.kuhnigk.com/2012/03/the-coffeemonsters/ 

In zwei Wochen aber sind wir wieder da, mit der Kaffa-Sommergazette 16/2. Bis dahin wünschen wir Ihnen wundervolle, sonnige und genüssliche Ferientage.

Donnerstag, 7. Juli 2016

Auf einen Kaffee mit ... dem Förster Urs Gsell

Was haben ein Förster, ein Kaufvertrag von 1605 aus dem aargauischen Hirschthal und Wildkaffee gemeinsam? Die Liebe zum Wald, natürlich. Für 2000 Gulden kauften die Bürger von Hirschthal 1605 den Bernern ein Stück Wald ab. Vierhundert Jahre später wurde dieses Ereignis zum Anlass eines grossen und grossartigen dreiwöchigen Wald-Festes mit über 50'000 Besucherinnen und Besuchern. Getragen von der einmaligen Atmosphäre, der positiven Stimmung und einem grossartigen Support aus der Bevölkerung entschliesst sich das OK,sich in einem Nachfolgeprojekt zu engagieren und einen Treffpunkt für Natur, Kultur und ungezwungenes Beisammensein zu schaffen, die Biberburg. Dieser in seiner Art wohl einzigartige Ort lädt zu einer kleinen Auszeit von der Hektik des Alltags ein. Perfekt also für eine Tasse Kaffee mit Urs Gsell, Förster und Präsident des Vereins.


Es gibt so Momente im Leben, da stimmt einfach alles. Genauso lief es bei dieser Idee, erzählt Urs Gsell. Eines Abends entschied sich der Verein wie nun dieses naturnahe und nachhaltige Projekt verständlich und konkret umgesetzt werden sollte: mit einem Gastrolokal in einem Bau, der der Tierwelt nachempfunden ist. Ein Kulturort eingebettet in natürlicher Umgebung. Nun musste nur noch das entsprechende Stück Land dazu gefunden werden. Keine 24 Stunden später schenkte ein lokaler Unternehmer dem Verein eine an der Suhr gelegene Parzelle im Baurecht. Nach tausenden Stunden Fronarbeit und mit tatkräftiger Unterstützung aus der Waldbaubranche des Suhrentals und der gesamten Bevölkerung konnte 2009 die Generationen verbindende Biberburg eröffnet werden. 95% der Baumaterialien stammen aus einem Umkreis von höchstens fünf Kilometern. Regionalität wird hier gelebt.


Dies gilt natürlich auch für den Gastrobereich. Der bei Gross und Klein beliebte, nur Donnerstag und Freitag-Abend geöffnete Feierabendtreff zieht Sommer wie Winter viele Familien an, die vor allem die speziellen Brötli schätzen. Regionale Produkte sind meist teurer, erklärt Urs Gsell, aber besser und wir unterstützen so das lokale Handwerk. So bleibt die Wertschöpfung in der Region und verschwindet nicht irgendwo in einer Steueroase eines multinationalen Unternehmens. Zweimal pro Woche im Schnitt wird die Biberburg, die Raum für 20 - 80 Personen bietet, für Seminare und/oder Feiern gebucht und erwirtschaftet damit in etwa gleichviel wie der Donnerstags und Freitags geöffnete Gastrobetrieb. Im Sommer sitzt man gemütlich auf der Terrasse, im Winter wärmt man seine Seele im mit viel Holz ausgestatteten, heimeligen Inneren der Biberburg, am Cheminéefeuer oder der Baumstammbar.


Mit dem im Gastrobereich erwirtschafteten Gewinn werden die kulturellen Anlässe subventioniert und was danach noch übrigbleibt ging in den letzten Jahren als Unterstützung an ein weiteres Waldprojekt, den Bruno Manser-Fonds. Damit ist auch die kulturelle Linie gegeben, es geht um Natur, um Wald und um Regionales. In den letzten sieben Jahren fanden 70 verschiedene Konzerte und Vorträge statt, die alle immer gut besucht sind. Woher kommt dieser Erfolg wollten wir wissen. Urs Gsell erklärt ihn damit, dass sie nicht nur einen Ort erschaffen haben zum Loslassen, der gefüllt ist mit guter Energie sondern auch, dass die Vorträge und Filme immer positiver Natur sind, lösungsorientiert. In diesen sieben Jahren hätten sie sich einen guten Ruf erarbeitet, das sei nicht einfach, weil man mit dem Thema Natur schnell ins Spannungsfeld von Wissenschaft und Esoterik gerät. Es sei aber immer spannend, weil Themen wie der Wald als Kraftort oder durch Wurzelgeflecht kommunizierende Bäume vor einigen Jahren noch als Spinnertum abgetan, in der Zwischenzeit aber wissenschaftlich nachgewiesen werden konnten. Bei den Konzerten gäbe es viele gute regionale Bands die immer wieder mal gerne kommen, sei es Country, Blues oder Jazz und auch eine Stubete gibt es einmal pro Jahr.



Wir erben die Erde nicht von unseren Ahnen -
sondern borgen sie von unseren Kindern.

Antoine de Saint-Exupéry



Nach diesem Motto richtet sich das ganze Engagement des Vereins. Das Bewusstsein soll gefördert werden, dass die Natur uns viel positive Energie gibt und wir ihr Sorge tragen müssen. Das Ökosystem Wald spielt dabei eine tragende Rolle und hat uns noch lange nicht all seine Geheimnisse preisgegeben. Diese immer wieder aufs Neue zu entdecken, lädt die Biberburg auf entspannte Art ein. Wir wollten von Präsidenten wissen, woher er nach sieben Jahren immer noch die Motivation hole, dieses doch ziemlich aufwendige Ehrenamt weiter zu bekleiden. Zum einen, meint er vergnügt, sind dies die immer wieder spannenden Begegnungen in der Biberburg und die Wertschätzung die der Verein in der Region erhält, zum anderen auch der Wunsch, den Verein etwas zu verjüngen, das könne aber nicht mit dem Brecheisen geschehen sondern müsse organisch wachsen. Dazu braucht es Zeit. Was er denn noch für Ziele habe, ist unsere abschliessende Frage. Etwas am Leben zu erhalten sei einiges schwieriger findet Gsell, als etwas aufzubauen, steigt in seinen Geländewagen und fährt zur Arbeit. Die Zeit, die man zwischen Bäumen verbringt ist nie verlorene Zeit ...


Die Biberburg heisst sie jeweils

Donnerstags von 17 - 24 Uhr und
Freitags von 16 - 01 Uhr herzlich willkommen

Sie befindet sich unweit der Autobahnausfahrt Aarau West und ist auch mit den ÖV gut erreichbar.
Achtung, vom 21. Juli bis 6. August machen die Biber Ferien.