Freitag, 19. September 2014

SlowCoffee an der Genusswoche

Gestern hat sie wieder angefangen, die Genusswoche, die heuer bereits zum 14. mal während zehn Tagen in der ganzen Schweiz stattfindet. Aber was hat diese, abgesehen vom Genuss natürlich, mit Kaffee im Allgemeinen und mit Kaffa im Speziellen zu tun?

Was genau ist denn die Genusswoche und was ist die Idee dahinter? Der Charta entnehmen wir folgendes:
Wir nehmen uns immer weniger Zeit zum Essen. Unsere Lebensmittel werden zunehmend standardisiert. Viele junge Leute und Kinder kennen den Geschmack unserer traditionellen Produkte nicht mehr. Der Genuss verdient es, im Alltag wieder einen Platz zu finden. Die Genusswoche soll zu Veranstaltungen ermuntern, welche die Freude am Essen, an Qualitätsprodukten, an der Geselligkeit rund um die Tafel und an der handwerklichen Produktion fördern.

Die Genusswoche ist Teil einer Initiative zur nachhaltigen Entwicklung und zur Erhaltung des kulinarischen Erbes. Die Veranstaltungen der Genusswoche spiegeln den Reichtum der Geschmäcke und alles dessen, was mit einer genussvollen Ernährung zusammenhängt – einer Ernährung mit Produkten, bei denen der Mensch, der sie herstellt oder verarbeitet, und die Gegend, aus der sie stammen, noch eine Bedeutung haben. Diese Veranstaltungen sollen dazu einladen, zum Essen mit anderen zusammen zu kommen, und sich bewusst zu werden, dass wir beim Essen Kräfte schöpfen und geniessen.

Die Genusswoche will:

• Die Vielfalt der Geschmäcke und Ernährungskulturen bekannt machen.
• Den Austausch unter den Angehörigen der Ernährungsberufe fördern.
• Das Interesse der jungen Generation am genussvollen Essen wecken.
• Die Konsumenten für die Qualität und die Saisonabhängigkeit der Produkte sensibilisieren.
• Dem handwerklichen Können Anerkennung verschaffen.
• Eine gesunde Ernährung fördern.
• Das Ansehen von Qualitätsprodukten und das Interesse an ihnen stärken.
• Kulinarische Traditionen erhalten und zu Innovationen anregen.
• Die häusliche Kochkunst neu beleben.
Da fühlen wir uns mit Kaffa doch ziemlich angesprochen. Auch wir sehen uns als Teil eines kulinarischen Erbes, auch bei uns sollen die Menschen, die Kaffa pflücken und die Gegend, aus der er kommt eine Bedeutung haben. Und auch wir finden, dass der Genuss es verdient, im Alltag wieder einen Platz zu finden.

Die Schweizerische Genusswoche wurde von Josef Zysiadis ins Leben gerufen. Bekannt wurde der ehemalige Nationalrat aber eher durch seine pointierten politischen Aktionen durch die er auch heute noch für viele ein rotes Tuch ist. Schon immer ein bekennender Feinschmecker setzt sich der ehemalige Pfarrer Zysiadis heute mit Leib und Leben für Wert-volle Nahrungsmittel ein, Grundbedürniss jedes Menschen. Und aus dem Klassenkampf wurde der Kampf für ein Recht auf Genuss.

Essen ist ein politischer Akt

Die sozial Benachteiligten hat er dabei nicht aus den Augen verloren, er setzt sich vehement für Kleinbauern ein, für Quartiergärten, für Ernährungssouveränität und für faire Arbeitsbedingungen in der Agrikultur. Man könnte auch Landwirtschaft sagen, aber dass mag Zysiadis nicht. Er mag Lebens-Mittel nicht auf eine reine wirtschaftliche Sichtweise reduzieren. Essen ist auch Kultur. Kein Wunder ist Zysiadis heute auch Co-Präsident von Slow Food Schweiz, dem Verein der sich seit über 25 Jahren für gute, saubere und faire Lebensmittel einsetzt.

Und Slow Food fühlen wir uns mit Kaffa sehr verbunden. Denn Kaffa-Kaffee ist Slow-Kaffee. Gut ist er, sehr gut sogar. Sauber wird er produziert, aus Wildsammlung nämlich, und fair gehandelt, das ist für uns kein modisches Lippenbekenntnis, sondern Pfeiler unserer Geschäftstätigkeit. Um den Regenwald zu schützen ist es unerlässlich, den Sammlern und Ausleserinnen ein faires Einkommen zu bieten. Nur so erhalten sie den Wildkaffee und roden den Wald nicht für Maisplantagen. Kaffa-Kaffee ist besonders schützenswerter Kaffee und wir arbeiten deshalb daran, dass Slow Food ihn zu einem Presidio erklärt. Die Presidi sind Projekte von Slow Food, die kleine bedrohte Lebensmittelproduktionen bewahren, die von hoher  Qualität und nach handwerklicher Tradition hergestellt sind.

Seit letztem Jahr steht die Genusswoche unter dem Patronat von Slow Food. Das ganze reichhaltige Programm der Genusswoche mit über 1'300 Anlässen findet man an dieser Adresse. Einen dieser Anlässe aber legen wir ihnen ganz speziell ans Herz. Das Herbstfest nämlich, welches Slow Food Youth in Zürich organisiert.

Im Quartierhaus und Garten Kreis 5 am Sihlquai 115 gibt es ab 14 Uhr frisch gebrühten Slow-Kaffee und hausgemachte Kuchen, einen Geruchsparcour und verschiedene Workshops. In geleiteten Kochgruppen werden überschüssige Lebensmittel zu feinen Salaten und Co. verarbeiten, die dann am Abend im Stile eines Eat-Ins an langen Tischen geteilt werden. Daneben erwartet die Besucher eine Bar mit lokalen Getränken, feine Grilladen, eine grosse Tombola und natürlich Musik bis in die frühen Morgenstunden.

Genusswoche hin oder her, bei uns ist eigentlich das ganze Jahr hindurch Genusswoche oder besser gesagt: jeder Kaffa-Tag ist ein Genusstag, mindestens. Was ist für Sie Genuss? Schreiben Sie uns, wir sind sehr gespannt auf Ihre Kommentare.

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