Freitag, 28. November 2014

Die Kaffeemaschine, das unperfekte Geschenk

Es scheint, dass Kaffeemaschinen ziemlich weit oben stehen auf der Wunschliste an das Christkind. Anders lassen sich die gehäuft auftretenden Testberichte in den letzten Tagen nicht erklären. Ob dieses Wunschdenken eher den Beschenkten, den Schenkenden oder der Industrie dient möchten wir an dieser Stelle offen lassen. Tatsache ist, Kaffee macht Freude. Schenken macht auch Freude. Kaffee schenken macht also doppelt Freude. Wir schauen deshalb bei all diesen Testberichten genauer hin, analysieren diese und versuchen objektives zu Berichten, weil, Geschmack ist Geschmackssache. Ist die perfekte Maschine für den perfekten Kaffee also Wunschtraum?

Für alle, die den Kassensturzbericht vom Dienstag nicht gesehen haben haben wir ihn verlinkt. Verglichen wurde ein Caffèl lungo, ein milder und ein starker Espresso, gebrüht auf Maschinen, die bei einem europäischen Test als Sieger hervorgingen, ein Vollautomat, eine Siebträger- und eine Kapselmaschine.

Was uns bei diesem Test gut gefallen hat war der Hinweis zum Wasser. Dieses ist tatsächlich ein wichtiger, oft unterbewerteter Faktor, wie wir bereits in unserem Beitrag "In nur 7 Schritten zum perfekten Kaffee" erwähnt haben. Allerdings hätten wir erwartet, dass, um einen wirklich aussagekräftigen Vergleich zu erhalten, nicht nur das Wasser in allen drei Maschinen das gleiche ist, sondern auch der Kaffee ... Schade. So sind die Testaussagen ziemlich relativ. Auf dem Weg zum perfekten Espresso bietet das Schweizer Radio und Fernsehen trotzdem ein paar gute Tipps. Eine prima Zusammenfassung dieses Tests findet man übrigens auch auf dem Blog der Kaffeemacher.

Das deutsche Magazin Focus berichtet in der vorgestrigen Ausgabe über einen weiteren Test, diesmal vom den deutschen Kollegen des Kassensturzes, der Stiftung Warentest. Diese Stiftung testet regelmässig einmal pro Jahr Kaffeemaschinen. Im jüngsten Test hat sie 11 Kaffee­voll­automaten untersucht, darunter zwei baugleiche. Die Tester wollten wissen:
  • Können es die Maschinen mit Kaffee vom Italiener aufnehmen?
  • Brühen sie zuver­lässig Tag für Tag Espresso?
  • Lassen sie sich gut reinigen?
Bis auf ein Modell sind alle Maschinen des Test­jahr­gangs 2014 mit „One-Touch“-Funk­tion für Cappuccino ausgestattet. Hier entfällt das Milch­aufschäumen per Hand. Viele der rund 365 bis 1'100 Euro teuren Geräte über­zeugen – darunter auch ein Schnäpp­chen. Eine Espresso­maschine hatte jedoch ein Sicher­heits­leck, eine war ein Entkalkungs­wunder. Und bei manchen ist der Pfle­geaufwand beträcht­lich. Die detaillierten Resultate können nur gegen Bezahlung von € 3.50 eingesehen werden. Wir haben das gemacht. Am Besten schnitt dabei eine Maschine der Firma De'Longhi ab, dieselbe Marke, die bereits beim Kassensturz getestet wurde. Sehr informativ sind die öffentlichen ersten fünf Punkte des Tests, bei denen es um Fragen geht wie
  • Maschinentypen
  • Welcher Kaffeetyp sind Sie?
  • So viel Pflege brauchen die Maschinen
  • Kleines Kaffee-ABC
  • So haben wir getestet
Natürlich gibt es auch hier in der Kommentarspalte zum Teil rechte Kritik. Aber jedem Recht getan, ist eine Kunst die kein Test kann ... Erwähnenswert finden wir an dieser Stelle vor allem auch die Hinweise zur Pflege der Maschinen. Ein neben dem Wasser weiterer Punkt, dem oft nicht genug Beachtung geschenkt wird. Die Stiftung Warentest schreibt dazu in Ihrem Bericht:
Die Kaffeevollautomaten wollen gehegt und gepflegt werden. Nur wer seine Maschine täglich umsorgt, hält sie hygienisch in Ordnung und beugt Macken vor. Zur täglichen Pflege gehört:
  • Nach jedem Cappuccino oder Latte macchiato das Milchsystem spülen. Sonst kann die Maschine schnell verkeimen.
  • Tresterbehälter und Wassertank ausleeren und außerhalb des Geräts trocknen.
  • Tropfschale reinigen.
Fast alle Geräte spülen die Leitungen kurz automatisch beim Ein- und Ausschalten. Ab und zu verlangen die Maschinen nach einer gründlicheren Reinigung. Auch das übernehmen Programme. In der Regel erfordern sie ein spezielles Reinigungsmittel. Die Brühgruppe lässt sich zudem herausnehmen und per Hand reinigen. Ausnahme: Bei Jura und Krups ist sie fest eingebaut. Das Reinigungsprogramm soll verhindern, dass sie verkeimt – wofür wenige Tage in feuchtwarmer Umgebung reichen würden. Ob die Schimmelbremse zuverlässig arbeitet, haben die Tester geprüft. Über Wochen bereiteten sie jeweils mehr als 500 Getränke zu und spülten nach Anleitung. Dann brachen sie die Geräte auf und nahmen die Brühgruppen unter die Lupe. Eklige Entdeckungen blieben ihnen erspart. Jura und Krups reinigen tadellos.

https://ch.jura.com/de/produkte-haushalt/kaffeevollautomaten/IMPRESSA-Z9-OT-TFT-Piano-Black-CH-13719
Jura Impressa Z9
Wir selber haben bei den Vollautomaten sehr gute Erfahrungen mit Jura gemacht. Für kleinere Degustationen arbeiten wir mit der F50, einem klassischen, aber robusten Modell, dass auch mal einen Transport per Post (Fragile) verträgt. Diese Maschine (oder andere der F-Linie) ist aber v.a. für Espresso und Kaffee geeignet, weniger für Milchgetränke (Cappuccino, Latte, etc.), da die Lösung mit dem Milchschläuchli eher unpraktisch ist. Falls dies gewünscht ist, würden wir eher ein Modell der J-Linie wählen. Wenn die Maschine klein sein soll hat Jura mit der ENA auch eine gute Variante in verschiedenen Ausführungen und Farben. Über die De'Longhi-Maschinen haben wir schon viel Gutes gehört, allerdings noch keine eigenen Erfahrungen gemacht.


Neben all diesen Kriterien gibt es aber unseres Erachtens noch mindestens einen weiteren Punkt, den man beim Kauf einer Maschine berücksichtigen sollte. Das ist der Energieverbrauch. Denn es spielt eine Rolle, ob die Maschine den ganzen Tag über eingeschaltet ist oder nicht. In der Schweiz könnten pro Jahr 25 - 40 Millionen Franken eingespart werden, wenn nur noch stromsparende Maschinen verkauft würden. Immerhin gehen jährlich eine halbe Million Kaffeemaschinen über den Ladentisch ... Energie Schweiz zeigt Ihnen übrigens, ob es sich lohnt, eine defekte Maschine reparieren zu lassen oder ob Sie diese besser ersetzen sollten. Und auch auf der Website Topten.ch finden Sie viele wertvolle Hinweise zum Kauf der perfekten Kaffeemaschine. Dort finden Sie auch Auswahllisten von besonder energiesparenden Vollautomaten, Portionen- oder Kolbenmaschinen.


Wie so oft stellt sich beim #NachhaltigSchenken aber auch die Frage, muss es denn unbedingt eine neue Maschine sein? Klar verbraucht diese, unter Umständen, weniger Strom aber die Herstellung verbraucht, nebst Strom, Rohstoffe. In unserem letzten Beitrag haben wir bereits auf das Unternehmen karep.ch aufmerksam gemacht. Dieses ist in der Ostschweiz zu Hause und baut in geschützten Werkstätten aus 3 kaputten 2 funktionstüchtige Kaffeemaschinen. Eine Idee die wir durchaus unterstützenswert finden. Ein Teil der Maschinen bietet karep.ch auch via die nachhaltige Plattform faircustomer.ch an.


Sie sehen, die Qual der Wahl ist gross und das perfekte Geschenk zu finden, gar nicht so einfach. Zwei Sachen sind aber Gewiss: Die beschenkte Person freut sich ganz sicher, wenn Sie sich die Zeit genommen haben, um nach der perfekten Maschine zu suchen. Und für den perfekten Kaffee, da helfen wir Ihnen gerne. Schauen Sie doch einfach in unserem Webshop nach. Denn nachhaltigen Kaffee schenken macht dreimal soviel Freude!

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