Donnerstag, 18. Februar 2016

Gelungener Einstieg in das KaffeeHandwerk

Ausnahmsweise stieg die Temperatur in der neuen KaffaWerkstatt in Kriens nicht wegen des Kaffeeröstens, sondern wegen der steigenden Nervosität und Hektik vor dem ersten KaffaHandwerker – Workshop, der am Samstag, 13. Februar stattfand. Noch wurde intensiv an den Schulungsunterlagen gefeilt, recherchiert und gelayoutet, noch fehlte die Abdeckung auf der Arbeitsbar, einzelne Teile der Schulungsküche mussten noch angepasst werden und die Menüwahl für die Verpflegung der Kursteilnehmer stand auch noch an. Langsam fügte sich Teilchen um Teilchen zusammen und am Freitag Abend stand auch unsere über 4 Meter lange Arbeitsbar prominent und vollendet da. Die charaktervolle Symbiose einer praktisch nüchternen Zinkblech-Konstruktion aus dem Hause Innoerrex und einer 10cm dicken Holzabdeckung aus Balken eines 200 jährigen Luzerner Bauernhauses. Echtes Handwerk!


So wurde es endlich Samstag und pünktlich um 9 Uhr trafen sie ein, die ersten 6 KaffeeHandwerker-Anwärter. Bei Kaffee (was denn sonst!) und Gipfeli starten erste Gespräche und dann ging es auch schon los mit der Vorstellungsrunde. 6 Teilnehmer, 6 verschiedene Kaffeetypen und 6 unterschiedliche Motivationen den 6-stündigen KaffeeHandwerker-Workshop zu besuchen. Eine spannende Runde.


Film ab und Willy Zemp, unser Coffeologe und Barista, war rasch in seinem Element. Kaffeeherkunft, Botanik, Anbau und Sorten, dann einen kurzen Ausflug in die Grundlagen der Sensorik und schon ging es zum ersten Cupping mit Canephora, Arabica und Liberica. Noch etwas geniert schlürften die angehenden KaffeeHandwerker den Kaffeeaufguss, für die meisten war es das erste Cupping, doch rasch entdeckten sie den Spass am „Erschmecken“ der verschiedenen Aroma- und Geschmacksprofile.


Ein weiterer Theorieblock, gefolgt von einem Cupping mit Kaffees verschiedener Rösttiefen, vom extrem hellen Sweden Roast bis hin zum ölig glänzenden French Roast. Dann ging es gleich weiter an die praktische Arbeit an der Kaffeemühle. Gar nicht so einfach, den richtigen Mahlgrad für den perfekten Espresso zu treffen. Fein aber noch nicht „grümelig“ sollte das Kaffeepulver sein, so dass man beim Tasten zwischen den Fingern noch Stückchen fühlt und noch kein Mehl.


Wie im Flug verging die erste Halbzeit und ein kleiner Mittagssnack wurde hungrig erwartet. Echte Handwerker brauchen etwas Nahrhaftes zu essen. Die Menüwahl hat uns ja schon im Vorfeld beschäftigt, definitiv keine Fertigpizza, keine Sandwiches und auch sonst kein Fastfood sollte es sein. So habe ich das Internet erfolglos nach interessanten Kaffeemenus abgesucht und bin dann (das gute liegt ja so nahe) auf unseren herbstlichen Blogbeitrag von Sven gekommen. Ein vegetarischer Linseneintopf mit Wintergemüse und Kaffee. Und die Wahl war perfekt, im Nu war der grosse Topf aufgegessen und ich war glücklich, dass sich das frühmorgendliche Gemüseschnipseln definitiv gelohnt hatte. Danke Sven für das schmackhafte Rezept!


Und nun noch ein feiner Espresso! Doch den mussten sich die angehenden KaffeeHandwerker zuerst auf der Maschine hart erarbeiten. Kaffeemenge, Tamperdruck, Extraktionszeit mussten genau stimmen und ja das Flanschen nicht vergessen! Nach den ersten 3-4 Versuchen liessen sich die Ergebnisse doch schon sehen und unsere KaffeeHandwerker waren verdient ein wenig stolz auf ihren perfekten Espresso. Doch es war noch nicht Zeit, um sich auf den Lorbeeren auszuruhen, denn Willy rief schon wieder zum Cupping verschiedener Kaffees, vom billigen MBudget bis zum teuren Single Estate. Rasch „erschmeckten“ unsere KaffeeHandwerker, dass Kaffee definitiv nicht gleich Kaffee ist, auch wenn sie alle so heissen. Mit Sicherheit werden sie künftig ihren Kaffee noch bewusster auswählen.


Der letzte Theorieteil startete mit dem Thema Milch und einer Einführung in die Latte Art. Am Valentinstag seiner/seinem Liebsten ein Herz auf den Cappuccino zaubern zu können, darauf freuten sich alle sehr. Vor der Arbeit an der Kaffeemaschine probierten wir eine ganze Reihe verschiedener Milchsorten, von Vollmillch über Ziegenmilch bis hin zu Soya-, Mandel-, Haferkleie- und Kokosmilch (die eigentlich schon gar nicht mehr unter den Begriff Milch fallen). Wusstet ihr, dass sich Soja-Milch aufgrund des sehr hohen Eiweiss-Gehaltes besonders gut schäumen lässt? So muss man auch als VeganerIn definitiv nicht auf einen leckeren Cappuccino verzichten. Wie wir erfahren lässt sich eigentlich fast jede Milch schäumen. Dann nichts wie los an die Maschinen!

Jeder mit seiner Lieblingsmilch bestückt, wurde dann unter Anleitung von Willy auf Herzchen komm raus geschäumt. Ganz schön anspruchsvoll, die richtige Technik für einen schönen, feinporigen Schaum zu beherrschen und dann erst noch korrekt in die Tasse zu giessen! Erste zaghafte „Gemälde“ entstanden und man schlürfte ganz zufrieden und genussvoll seinen ganz persönlich gestalteten Cappuccino. Die mutigsten KaffeeHandwerker wagten sich dann auch noch an die Zubereitung eines Latte Macchiato oder übten sich im Latte Art - Zeichnen.


Schon war es fast 16 Uhr und nun hiess es noch, die Kaffeemaschinen und Mühlen fachgerecht zu reinigen. Nach einem kurzen „Ausflug“ zum Ursprung des Kaffees in den Bergregenwald von Kaffa verabschiedeten wir, müde aber glücklich, 6 frischgebackene, begeisterte KaffeeHandwerker ins wohlverdiente Valentinstag-Wochenende. Uns hat riesig Spass gemacht, herzlichen Dank an alle die dabei waren und begeistert mitgewerkt haben.

Die ersten haben sich übrigens bereits wieder angemeldet, für den weiterführenden KaffeeHandwerker II, wo es im Speziellen um Latte Art, Coffee Drinks und verschiedene Brühmethoden, etc. geht.

Auch zum KaffeeHandwerker I kann man sich natürlich anmelden, die nächsten Kurse finden am Samstag 5. März und Donnerstag, 31. März statt. Weitere Daten sind der 16. April, der 21. Mai und der 25. Juni.

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