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Freitag, 24. Juni 2016

Hurra - die Zero Waste-Kaffeekapsel ist da !

Oft versprochen, nie gehalten, kompostierbare Kaffeekapseln sind genauso Traum wie der Schaum auf einem schlechten Cappuccino. Aber mit irgendetwas müssen die Kunden ja bei der Stange gehalten werden, besonders die mit dem schlechten Gewissen. Wie schlimm steht es wirklich um Kapselkaffee, was gibt es an Lösungen und was ist die Zero Waste-Kapsel, diesen drei Fragen gehen wir heute etwas genauer auf den Grund.


Das Problem ist bekannt. Kaffeekapseln, insbesondere die aus Aluminium, sind eine Belastung für die Umwelt. Die Quellen sind sich einig, dieses Jahr werden es allein in Deutschland rund 4 Milliarden Kaffeekapseln sein, die in den Müll wandern was einem Müllberg von 4'000 Tonnen entspricht (ohne Verpackung). Brigit Beck vom österreichischen Verein für Konsumenteninformation sieht vor allem bei Aluminium einige Probleme: "Das Material wird in Ländern hergestellt, wo die Arbeitsbedingungen und die Einflüsse auf die Umwelt nicht ausreichend kontrolliert werden. Bei der Produktion entstehen hochgiftige Substanzen." Die Produktion von Aluminium ist ausserdem äusserst energieintensiv und für den Abbau der Rohstoffe wird häufig Regenwald zerstört. Zuverlässige Zahlen zum angebotenen Kapselrecycling fehlen, unsere Beobachtungen zeigen aber, dass die meisten im Müll landen, genauso wie die aus Plastik.


Das Problem ist erkannt. Viele Hersteller bemühen sich deshalb um Lösungen. Die Idee einer kompostierbaren Kaffeekapsel ist naheliegend, insbesondere seit dem Biokunststoffe vermehrt in alltagstauglichen Produkten auftauchen. Einige Hersteller sind da bereits ziemlich vollmundig unterwegs und behaupten, ihre Kapseln seien biologisch abbaubar und somit auch kompostierbar. Schaut man aber genauer hin, löst sich der Schaum in nichts auf, denn bei den meisten Produzenten ist lediglich das Kapselmaterial an und für sich kompostierbar, nicht aber die ziemlich druckfest und massiv gebaute Kapsel. Es ist heute durchaus möglich ein Qualitäts- oder Umweltzertifikat für eine Schwimmweste aus Blei zu erhalten, das sagt aber nichts über ihre Schwimmfähigkeit aus. Genaus das Gleiche ist mit den Kaffeekapseln der Fall, so lange nicht die Kapsel als Ganzes als kompostierbar zertifiziert ist, nützt jedes Siegel herzlich wenig. Da wird der Konsument ein bisschen an der Nase herumgeführt.


Hurra - die Zero Waste-Kapsel ist da, exklusiv nur bei Kaffa Wildkaffee! Wir haben sie, die als Ganzes zertifizierte, komplett aluminiumfreie, aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte und kompostierbare Kaffeekapsel. Wir freuen uns enorm, nun auch endlich für die Kapseln eine Lösung gefunden zu haben, die unseren Ansprüchen nach Nachhaltigkeit gerecht wird. Mit dieser Kapsel schliesst sich der Kreislauf und wir können beruhigt der Mutter Erde zurückgeben, was sie uns geschenkt hat. Kleines, aber nicht unwichtiges Detail, die meisten als kompostierbar deklarierten Kapseln haben als Aromaschutz unter dem Filterpapier eine aluminiumbedampfte Membrane (Ethical Coffee Company, zum Beispiel). Nicht so bei uns, wir haben auf eine etwas aufwändigere, dafür alufreie Lösung gesetzt und bieten so eine Kapsel an, welche komplett frei von genmanipulierten Organismen ist , ohne Thermoplast (PvdC) und ohne Bisphenol A auskommt, alles Stoffe die vom gesundheitlichen Aspekt her nicht ganz unumstritten sind. Und, unsere Kapseln tragen als einzige das Siegel "OK compost" der Prüfstelle Vinçotte, d.h. mehr als 90% des Materials ist unter industriellen Bedingungen in 12 Wochen in CO2 und Wasser umgewandelt. Im gut geführten Hauskompost kann man die Kapseln gemäss unseren ersten Erfahrungen ebenfalls kompostieren, es dauert jedoch etwas länger und wir empfehlen, die Kapseln etwas zu zerkleinern und etwas Erde und allenfalls Kompostbeschleuniger einzusetzen. Über unsere weiteren praktischen Erfahrungen werden wir Sie auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

Unsere Kaffa Wildkaffee-Kapsel im Kompostiertest
Nun gibt es allerdings einen kleinen Wermutstropfen. Noch! Viele industrielle Kompostieranlagen sortieren Kaffeekapseln au, da sie nicht wirklich oder nur ungenügend kompostierbar sind/waren und führen sie dem Restmüll zu. Mit dem vermehrten Einsatz von neuen und weiter verbesserten Biokunststoffen (wie auch jener unserer Kapseln) steigt aber der Druck diese Anwendungspraxis zu überdenken. Nun sind die Behörden, bzw. die Kompostieranlagenbetreiber am Ball. Fragen Sie doch einfach mal bei Ihrer lokalen Entsorgungsstelle nach und zeigen Sie ihnen unsere Packung. Vielleicht hilft das schon beim Umdenken.

Wir ruhen uns nicht auf unseren Lorbeeren aus und auch wir bleiben am Ball. So haben wir zum Beispiel gerade die Aluminiumbeutel unserer E.S.E.-Pads durch einen alufreien Papierbeutel mit Aroma-Sperrschicht ersetzt. Ein weiterer, wichtiger Schritt bei unserem Engagement für den Schutz der Natur. Es gibt noch einiges zu tun... Und allen Kritikern die meinen, noch besser wäre es, gar keine Kapseln zu benutzen sagen wir: Stimmt! Aber ... es gibt durchaus gute Gründe, die für die Kapsel sprechen. Die neuen Kapseln werden im Verlaufe des Sommers in den Handel kommen. Zuerst müssen die alten Kapseln noch ausverkauft werden, wir wollen diese ja nicht einfach wegschmeissen, oder?

Donnerstag, 7. Januar 2016

Wild-, Wald- und Wiesenkaffee. Verstehe den Unterschied

Dass das Wissen um guten Kaffee stetig zunimmt ist eine erfreuliche Tatsache. Zu lange wurde einfach nur nach Lieblingsmarke oder -land eingekauft. Immer mehr Kriterien bieten sich dem Konsumenten an und damit steigt auch die Qual der Wahl. Die Übersicht zu behalten, ist nicht einfach, zumal es oft keine klare Regeln gibt. Im Bezeichnungsdschungel herrscht Wildwuchs. Da das Strukturieren ein menschliches Grundbedürfnis zu sein scheint, wird auch beim Kaffee einmal ein ganzes Regelwerk den Konsumenten vor falschen Angaben schützen. Bis es soweit ist, bringen wir bereits ein mal etwas Licht ins Dunkel und klären die Unterschiede zwischen Wild-, Wald- und Wiesen- oder besser gesagt Plantagen-Kaffee.

Plantagenkaffee

Eine Kaffeeplantage in Agua Branca, Brasilien || Source: viralgecko.com
Der Anbau von Kaffee ist mit beträchtlichen Auswirkungen auf die Umwelt verbunden. Traditionell wurde Kaffee im Schatten umstehender, großer Bäume angebaut. Bei dieser Methode bleibt ein Teil des natürlichen Lebensraumes erhalten, was mit einer deutlich höheren Artenvielfalt einhergeht. Stellenweise reicht die Vielfalt sogar an die des unberührten Waldes heran, auch wenn sie als Folge der Bewirtschaftung in der Regel sinkt. Weil die Reifezeit solcherart gezogenen Kaffees länger ist und pro Hektar weniger Kaffeepflanzen Platz finden, sind viele Kaffeebauern (noch verstärkt im Zuge fallender Weltmarktpreise durch die Kaffeekrise) dazu übergegangen, bestehende Bäume zu roden und Kaffeebohnen in großen Monokulturen unter freiem Himmel zu ziehen. Die vorhandenen Studien zeigen einen drastischen Effekt auf die Biodiversität. Unter anderem finden Zugvögel in den baumfreien Plantagen keinen Unterschlupf mehr und die Balance aus Schädlingen und Nützlingen, die im traditionellen Kaffeeanbau beobachtet werden kann, versucht man durch den Einsatz von umweltschädlichen Pestiziden auszugleichen.

Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem oben beschriebenen „Sonnenkaffee“ und tropischer Entwaldung. Unter den 50 Ländern mit der höchsten Entwaldungsrate in den Jahren 1990 bis 1995 befinden sich gleichzeitig 37 Produzenten von Kaffee. Die 25 wichtigsten Kaffee-Exporteure verloren im selben Zeitraum jährlich 70.000 km² an Waldfläche. Die Folge ist ein deutlicher Rückgang der Artenvielfalt, im Fall von Vögeln um bis zu 90 %. Weitere Folgen sind verstärkte Bodenerosionen, besonders im Wanderfeldbau und unter Einsatz von Herbiziden, welche die schützende Vegetationsschicht der Böden vernichten, sowie abnehmende Wasserqualität im Umfeld von Kaffeeplantagen. Letzteres wird gut illustriert durch die Berechnung, dass für Anbau, Verarbeitung, Verschiffung, Röstung und Zubereitung einer Tasse Kaffee insgesamt 140 Liter virtuelles Wasser benötigt werden.

Deutlich geringere Umweltfolgen gehen vom ökologischen Anbau von Kaffee aus. Im Öko-Anbau ist unter anderem der Einsatz von Pestiziden verboten, während gleichzeitig Maßnahmen zur Verhinderung von Bodenerosion getroffen werden müssen. Gleichzeitig kann das Einkommen mancher Bio-Kaffeebauern stabilisiert werden, was etwa in Chiapas, Mexiko, der Fall ist. Im Jahr 2010 wurden ca. 6,5 % der weltweiten Kaffee-Anbaufläche ökologisch bewirtschaftet, wobei über 90 % dieser Flächen in Peru, Äthiopien und Mexiko lagen.

Wir haben uns erlaubt, die drei obigen Abschnitte direkt aus Wikipedia zu kopieren, dies aus dem einfachen Grund dass sie sehr gut die Problematik des Plantagenkaffees aufzeigen. Bei gewissen Plantagen findet aber ein Sinneswandel statt (oder hat bereits statt gefunden). Es wird biologisch oder gar nach biodynamischen Grundsätzen angebaut, oft auch in Mischkulturen mit anderen Fruchtbäumen. Und auch Kaffee-Grosskonzerne haben reagiert und Labels wie Shade Grown oder Bird Friendly Coffee entwickelt, um das Gewissen besorgter Konsumenten zu beruhigen.


Waldkaffee

Alte Semi-Waldkaffee-Pflanzung
Bei der Bezeichnung Waldkaffee beginnen sich die Geister bereits zu scheiden. Während Die Welt in ihrem Artikel Der Rolls-Royce unter den Kaffees schreibt, Waldkaffee, und nicht Wildkaffee, sei die einzig richtige Bezeichnung für Kaffee der an wild wachsenden Bäumen im Wald wächst sind wir - wie viele andere auch - der Ansicht, Waldkaffee sei ein Gummibegriff der viele verschiedene Arten von Kaffee bezeichnen kann. Unsere Kollegen von Coffee Circle zum Beispiel preisen ihren Waldkaffee als biodiversitätsschonende, aromareiche Alternative zum Plantagenkaffee an. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der Waldkaffee aber als Waldgarten-Kaffee der bei anderen Anbietern auch nur als Gartenkaffee angeboten wird. Im internationalen Kaffeehandel bezeichnet man diesen Kaffee als Semi-Forest-Plantation Coffee. In unserem Beitrag Wildkaffee vs Plantagenkaffee - die Fakten erkären wir im Abschnitt Anbau die Unterschiede zwischen all diesen Bezeichnungen. Beim Semi-Forest sowie dem Semi-Forest-Plantation-Kaffee werden gezüchtete Kaffeesetzlinge gepflanzt, entweder im gelichteten Wald oder rund um die Hütten der Dörfer.

Je nach Pflegeintensität und Know-How der Bauern stehen die Kaffeesträucher in der Dichte von 3.000 bis über 22.000 (!) Pflanzen pro Hektar. Bei intensiver Pflege hat der Bestand eine deutlich regelmäßige, hexagonale Pflanzstruktur mit einer optimalen Bestandsdichte von 4.000 Pflanzen pro Hektar. Meist werden dann auch selektierte, ertragsreiche Sorten verwendet, die sich im Wuchs und Alter deutlich von Wildkaffee-Sorten unterscheiden. Sie wurden im Rahmen des EU-finanzierten, mehrstufigen Coffee-Improvement-Programmes an die Bauern verteilt und haben vielerorts die lokalen Wildsorten verdrängt oder kreuzen sich mit diesen, was langfristig zu einer genetischen Verarmung führt schreibt Jörg Volkman im lesenwerten Blog Kaffee-Satz! Man kann davon ausgehen, dass die meisten Semi-Forest-Kaffees biologisch sind, auch ohne Zertifizierung. Bei den Semi-Forest-Plantation-, Waldgarten, oder Garten-Kaffees ist der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden nicht auszuschliessen. Und auch hier hat die Industrie mit dem Deforestation-Free-Kaffee ein Label initiiert, dass gutes Gewissen schaffen soll.


Wildkaffee


Aber auch Wildkaffee ist keine klar geregelte Bezeichnung. Was Sie bei uns als Wildkaffee kaufen ist nämlich, ganz genau ausgedrückt, ein Forest-Coffee aus zertifizierter Bio-Wildsammlung aus unberührten, geschützten Bergregenwäldern. Original Food ist übrigens das einzige Unternehmen, dass diese Zertifizierung erhalten hat. In dem wir diesen Regenwäldern einen ökonomischen Wert geben retten wir sie -  in Zusammenarbeit mit dem Verein "GEO schützt den Regenwald" und dem deutschen Naturschutzbund NABU - vor der Abholzung und mit dem Verkauf des Kaffees generieren wir der lokalen Bevölkerung ein faires Einkommen. Seit kurzem finden Sie auch bei Coop einen Slow Food-Wildkaffee. Wenn wir uns die Packung genauer ansehen lesen wir bei Varietät die Bezeichnung "Typica". Wenn dem tatsächlich so ist, dann handelt es sich bei diesem Wildkaffee um Waldkaffee des Typs Semi-Forest, denn Typica ist eine genetisch weiterentwickelte Varietät die auf der ganzen Welt zu finden ist. Das typische an unserem Wildkaffee ist aber gerade die riesige Sortenvielfalt von über 5000 Varietäten, die in den Kaffa-Bergregenwäldern bisher entdeckt wurden.

Sie sehen, es ist nicht einfach, sich in diesem Dickicht an Bezeichnungen zurecht zu finden. Zögern Sie also nicht, Bezeichnungen kritisch zu hinterfragen. Nur gut informiert können Sie gut entscheiden und jeder Kassenbon ist ein Wahlzettel für die Welt, die Sie sich wünschen. Übrigens, der Regenwald ist nicht nur enorm wichtig für den Klimahaushalt der Erde sondern auch ein äusserst wichtiges Reservoir für die Artenvielfalt.

Donnerstag, 19. November 2015

Wild Coffee Collection - Terroir-Kaffee der Spitzenklasse

Pure Origin, Single Origin, Lagen- oder Terroir-Kaffee - was nach leeren Marketingbegriffen tönt ist in Wirklichkeit das langsame Bewusstwerden, dass Kaffee geschmacklich viel mehr zu bieten hat als eine rein nationale Herkunft induziert. Immer noch wird uns "feinster Hochland-Kaffee aus Kolumbien" verkauft, dabei würden wir beim Wein nie und nimmer eine Flasche "feinster Rotwein aus Frankreich" in den Einkaufskorb legen. Wo beim Wein die Terroirbezeichnung (Bordeau, Côtes du Rhône, Bourgogne, ...) für uns gängiges Einkaufskriterium ist, ist beim Kaffee dieses Qualitätsbewusstsein erst ganz langsam am Erwachen. Mit Single Origin-Bohnen bietet man kaffeebegeisterten Kunden einen, wie bei Weinen, typischen Terroirgeschmack an, der je nach Typ die einen oder andern Liebhaber anspricht oder zum Abwechseln und Experimentieren animiert.


Terroir-Kaffees aus Wildsammlung sind rare Spezialitäten. Normalerweise ist es die schwierige Aufgabe des Rösters, aus den verschiedenen Geschmackstypen eine harmonische Mischung zu kreieren und so eine ausgeglichene Aromenvielfalt zu garantieren. Wir entdecken aber in der Kaffa-Region immer wieder Wildkaffees von ganz bestimmten Waldstücken, die sich durch einen einzigartigen Charakter und ein ganz besonderes Aromaprofil auszeichnen. Zum erstenmal dieses Jahr haben wir aus drei verschiedenen Parzellen je drei Säcke Kaffee auf die Seite getan. Unser Röster Willy Zemp hat - in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführerin Maria Müller - in sorgfältigster Testarbeit die perfekten Röstprofile entwickelt. Wir freuen uns uns sehr, Ihnen diesen pro Lage auf 360 Packungen limitierten und numerierten Terroir-Kaffee vorstellen zu dürfen.



N° 01 - Mankira
So sieht es aus, wenn man auf Google Maps die GPS-Koordinaten eingibt die prominent auf der Packung aus beigem Kraftpapier stehen. Üppiger Regenwald so weit das Auge reicht. Das Dorf Mankira ist nur über einen gut zweistündigen Trampelpfad erreichbar. Tom vom amerikanischen Kaffeeröster Sweet Maria's gibt einen kurzen Eindruck vom Weg ins Dorf der in der Regenzeit ziemlich sumpfig wird und je nach Witterung entsprechend anstrengend ist. Verschiedene Quellen stimmen überein, dass in diesen Wäldern der Ursprung des Coffea Arabica zu finden ist. Stämmige, moosüberwachsene Mutterbäume sind Zeugen der unzähligen, wilden Kaffeevarietäten, die dort von 460 Bauern auf einer Waldfläche von 572 ha gesammelt werden. Wie alle unsere Kaffees werden auch diese hier von den Bauern anschliessend an der Sonne getrocknet und nach dem Schälen Bohne für Bohne handverlesen. Hier können Sie übrigens wunderschön den Weg einer Kaffeebohne vom Baum bis in Ihre Tasse nachlesen.
Die Mankira-Bohnen werden zu einem kraftvollen, intensiven Kaffee geröstet, der sich bestens für eine Zubereitung in der Mokka-Kanne, im Vollautomat oder für den Siebträger eignet. Unsere Degustationsnotizen bescheinigen ihm ein weiches Mundgefühl mit Aromen von frischer Butter, Tannenschössli, Macadamia und Süssholz.





N° 02 - Wodiyo
Der Wodiyo ist von den drei ausgewählten Parzellen die am nördlichsten gelegene. Das auf 1800 M.ü.M liegende Dorf ist umrundet von sanft aufsteigenden Berghängen mit vielen wundervollen, verborgenen Plätzen. Hier befindet sich auch eine der fünf heissen Quellen der Kaffa-Region. Die als besonders heilsame bekannte Dadiben-Quelle erreicht man nach einem einstündigen, idyllischen Fussmarsch durch den artenreichen Bergregenwald. Hier wächst auch unser Wodiyo-Kaffee dem manche Einwohner eine heilende Wirkung nachsagen. Die 440 Bauern unserer Kooperative wohnen in den Siedlungen rund um das Dorf, in dem die Kaffeebohnen auf hüfthohen Matten an der Sonne getrocknet, geschält und anschliessend handverlesen werden. Der Wodiyo ist nach der sanften, traditionellen Trommelröstung etwas würziger als der Mankira, der dafür eine Spur kräftiger ist. Auch diese Bohnen eignen sich bestens für eine Zubereitung in der Mokka-Kanne, im Vollautomaten oder als wunderbarer Espresso aus einer Siebträgermaschine. Der Wodiyo beeindruckt uns mit einem runden, geschmacksvollen Körper mit Aromen von Barrique, Portwein, Baumnüssen und Caramel.




N° 03 - Yeyibito
Auf dem Weg von Bonga in den beinahe mystisch anmutenden Bergregenwald von Yeyibito kommt man an dicht ineinander verwobenen, moosbehangenen Kaffeesträuchern vorbei und wer will, kann einen Umweg zum eindrücklichen Scheno-Wasserfall machen. Ein bis zwei Mal im Jahr durchqueren Löwen auf dem Weg von der Savanne am Gojeb River ins südwest-äthiopische Tiefland das regenreiche Gebiet von Yeyibito. Die Region ist außerdem für ihre vielen Bienenvölker und ihren Waldhonig bekannt. Äthiopien, und insbesondere die Kaffa-Region, das sei an dieser Stelle gesagt, sind wirklich eine Reise wert. Mit 166 Bauern ist dies eine der kleineren Kooperativen die uns besonders feine Bohnen liefert. Die haben wir etwas heller geröstet, um speziell die fruchtigen Noten zu betonen. Er eignet sich deshalb vor allem für Filter-Kaffee oder die French Press, wie die gute alte Bodum-Kanne auch genannt wird. Seine leichte, feine Säure von reifen Brombeeren und Heidelbeeren, zusammen mit den Noten von dunkler Schokolade und Brot entfalten sich aber auch gut in der Mokka-Kanne.

Erhältlich sind diese drei einzigartigen, einmaligen und limitierten Terroir-Kaffees natürlich in unserem Webshop. Gönnen Sie sich ein traumhaftes Geschmackserlebniss, eine Sinnesreise in die äthiopischen Regenwäldern zu den Ursprüngen des Arabicas. Oder machen Sie jemandem eine Freude für die bevorstehenden Festttage und schenken Sie eine Auswahl der Wild Coffee Collection.


Eine Terroirbezeichnung erlaubt es, dem Kaffee eine Identität zu geben und wiederspiegelt so eine humane Dimension. Sie sichert die Präsenz des Kaffeebauern in der Tasse. Sie ist Bedingung für eine echte Traçabilité (Rückverfolgbarkeit) und, wenn auch nicht die einzige, so doch essentielle Basis für fairen Handel.
In Äthiopien hat die 2007 ins Leben gerufene Warenbörse diverse Herkunfsbezeichnungen kreiert, die teilweise von den Röstern übernommen werden. So sind zum Beispiel Sidamo oder Harar vertraute Namen für interessierte Konsumenten. Das Problem ist, dass diese Appellationen keine klar definierte territoriale Realität wiederspiegeln. Sie sind eher ein Qualitätskriterium für den Export, welche diverse Gebiete ohne klare Grenzen betrifft. Das hat eine gewisse Standardisierung des Kaffees zur Folge und so auch einen Diversitätsverlust.
Auch die Region Wällägga (oder Wolega) weist interessante Charakteristiken auf. Der in dieser Region produzierte Kaffee wird unter den Namen Nekemte (oder Lekempte) verkauft. Grad 5 oder 6 wenn er sonnengetrocknet wurde, Grad 2 wenn er gewaschen wurde. Doch diese Region ist immens (rund 50'000 km2 gegen 41 285 km² für die Schweiz) und präsentiert sich historisch und bodenspezifisch mit zwei grossen Anbaugebieten. Diese zwei Regionen weisen eine Vielzahl von bodentypischen Terroirs auf, zum Beispiel Anfilloo, Homa oder Gidaamii, welche dafür typischen Kaffee produzieren. Diese Diversität wird in der Appellation Nekemte verdünnt. Die Kennzeichnung des Terroirs würde es erlauben, die verschiedenen Kaffees dieser Region und ihre Spezifizitäten zu identifizieren.

Quelle: Wikipedia


Donnerstag, 21. Mai 2015

Wildkaffee vs Plantagenkaffee, die Fakten

Was genau ist eigentlich Wildkaffee? Die meisten Leute wissen nicht mehr, als dass Wildkaffee ... nun, Wildkaffee wächst wild, oder? Und wie wächst denn anderer Kaffee? Anderer Kaffee wird ... nun ja, angebaut; so wie es zum Beispiel Reis, Erdbeeren oder Spargel in Wildform gibt oder eben als Kulturpflanze. Die Unterschiede zwischen Wildkaffee und angebautem Kaffee, nennen wir ihn der Einfachheit halber Plantagenkaffee, lassen sich aber nicht nur auf die Wachstumsart reduzieren. Gerne geben wir Ihnen nachfolgend einen Einblick in das, was zumindest unseren Wildkaffee von Plantagenkaffee unterscheidet. Die Infografik dient dabei der Übersicht, ausführliches zu den Abschnitten Anbau, Verarbeitung, Röstung und zum Handel folgt nachstehend.

copyright by originalfood.ch
Anbau
In Äthiopien, der Heimat des Kaffees, unterscheidet man vier verschiedene Anbauarten. Da gibt es den Forest-Coffee mit lediglich 5% Anteil an der Gesamternte. Was nicht weiter erstaunt, denn der Ertrag liegt bei verschwindend kleinen 15 kg pro Hektar. Forest-Coffee ist Wildkaffee aus unberührten, geschützten Wäldern. Unser Kaffa Wildkaffee ist Forest-Coffee und stammt zu 100% aus zertifizierter Wildsammlung.
35% der Ernte ist Semi-Forest-Coffee. Das ist ebenfalls Wildkaffee, um die Erträge zu erhöhen wird aber im Wald gezielt eingegriffen. Die Biodiversität wird durch das Lichten von Unterholz oder das Fällen einzelner Bäume beeinträchtigt, der Ertrag kann allerdings so auf durchschnittliche 300 kg pro Hektar erhöht werden.
Der Grossteil der äthiopischen Ernte (50%) ist sogenannter Garden-Coffee, Semi-Forest-Plantation-Coffee, Wald- oder Waldgarten-Kaffee (z.B. bei Coffee Circle). Hier werden Kaffeepflanzen in den Gärten rund um die Bauernhütten gepflanzt. Diese können aus dem nahen Wald stammen oder die Bauern tauschen sich Setzlinge untereinander aus. Typischerweise wird der Kaffee zwischen anderen Saaten oder Fruchtbäumen gepflanzt. Der Ertrag pro Hektar beträgt im Schnitt bereits 450 kg. Oft wird der Garden-Coffee biologisch angebaut.
Die letzten 10% entfallen auf Plantation-Coffee. Das sind intensive Kulturen mit einem Ertrag von bis zu 1200 kg pro Hektar.
Der äthiopische Regenwald bedeckt nur noch knapp 3% der gesamten Landfläche, gegenüber 40% vor rund 50 Jahren. Er ist ein enorm wichtiger Klimaregulator und eines der wichtigesten Reservate der Biodiversität Nordafrikas. Weil der Bedarf an Siedlungs- und Kulturflächen sowie an Brenn- und Bauholz stetig steigt, wird er auch heute noch abgeholzt, wodurch die genetische Vielfalt des Kaffees (über 5'000 Sorten) massiv gefährdet ist. Erst durch den Verkauf von Wildkaffee bekam der Wald einen ökonomischen Wert und wurde schützenswert, die Bauern konnten plötzlich ein Einkommen daraus generieren.
Die letzte Möglichkeit die Regenwälder Äthiopiens zu retten, basiert darauf, den Menschen die dort leben einen wirtschaftlichen Anreiz zu geben, diese zu schützen. Zusammen mit verschiedenen Partnerorganisationen wie "GEO schützt den Regenwald e.V." oder dem deutschen Naturschutzbund NABU arbeitet Originalfood seit zehn Jahren intensiv mit den lokalen Bauernkooperativen, um gemeinsam den Markt für Wildkaffee und weitere Waldprodukte als Einkommensquelle zu erschliessen und damit den Regenwald und die genetische Ressource des Kaffees zu erhalten. Machen Sie mit, schützen auch Sie den äthiopischen Regenwald und trinken Sie Kaffa Wildkaffee.

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Verarbeitung
Die meisten Kaffeekirschen werden nach der Ernte gewaschen, bzw. im Wasser fermentiert. Dies ist eine enorme Belastung für die Gewässer, denn die Abwässer, auch Honigwasser genannt, sind so reich an Fruchtzucker, dass sie die Flüsse überdüngen was zu enormem Algenwuchs und schliesslich zum biologischen Absterben führt.
Wir von Kaffa Wildkaffee nehmen unsere Verantwortung wahr und schützen die Lebensgrundlage Wasser. Uns reicht es, unser eigenes Wasser zu verschmutzen. Wir lassen die Kaffeekirschen deshalb ganz einfach an der Sonne trocknen.
Wer mehr über die enorme Wasserverschwendung erfahren möchte dem empfehlen wir unseren Artikel "140 Liter Wasser für eine Tasse Kaffee? Nicht mit uns ..." und über die Problematik des Honigwassers finden Sie hier einen fundierten Beitrag.

copyright by istockphoto
Röstung/Geschmack
Wirklich guter Kaffee wird heute in der traditionellen Trommel geröstet. Das bedeutet mehr Zeit (und Gewichtsverlust), denn es dauert um die 20 Minuten bis der perfekte Röstgrad erreicht ist. Und da Zeit Geld ist, röstet die Industrie in nur zwei Minuten. Allerdings wird die Säure eben erst durch das langsame Rösten abgebaut, entsprechend sind diese Kaffees viel magenverträglicher und die Aromenvielfalt ist (fast) unendlich. Es gibt auch Plantagenkaffee der in der Trommel geröstet wird, Wildkaffee hingegen wird nie industriell geröstet.

Handel/Preis
Dass unser Kaffee fair gehandelt wird versteht sich, zumindest für uns, von selbst. Ob Fair Trade ein Marketing-Witz ist oder echte Lebenshilfe lesen Sie hier. Die in der Infografik genannten CHF 4.50 beziehen sich auf ein Kilo M-Bugdet-Kaffee. Woher dieser Kaffee kommt können wir leider nicht sagen. Am oberen Ende der Preisskala für äthiopischen Kaffee zahlen Sie bei Coffe Circle für ein Kilo gewaschenen, nicht bio-zertifzierten Garden-Coffee, bzw. "Waldkaffee", wie sie ihn nennen, stolze CHF 55.71. Das Problem bei diesem und generell bei den Garden-Coffees ist, mal abgesehen vom Honigwasser, dass wenn die Verkaufszahlen steigen, der natürliche Wunsch besteht, mehr anzubauen. Und dafür ... muss Regenwald gerodet werden.
Um auf den Preis zurück zu kommen: Johannes Lacker hat in seinem lesenswerten Blog "Kaffi Schopp" einen ausgezeichneten Artikel zum Thema "Billigkaffee" geschrieben. Dem haben wir nichts beizufügen.

Wir finden, den Regenwald zu schützen hat einen Preis. Tiefere Erträge haben einen Preis. Die Sonnentrocknung ist gratis, verlangt aber viel Arbeit und Erfahrung, damit die Kirschen nicht verfaulen. Der faire Handel mit den Bauern hat einen Preis, und auch das langsame Rösten. So gesehen ist Kaffa Wildkaffee deshalb ein Preis-werter Kaffee. Was wir Ihnen gerne schenken, sind teure Marketingkampagnen, denn davon wird der Kaffee nämlich nicht besser ...



Quellenangabe und weiterführende Lektüre:

Donnerstag, 29. Januar 2015

Das Geheimnis des Kaffees endlich gelüftet

Mehr als ein Drittel der Inhaltsstoffe einer Kaffeebohne sind immer noch unbekannt. Jahrelang schon forschen Spezialisten aus der ganzen Welt nach dem Geheimnis des Kaffees. Nun ist es aber einem Team um Maria Müller, der Geschäftsführerin von Kaffa Wildkaffee Schweiz, gelungen, eines der bestgehüteten Geheimnisse der Natur zu lüften.

Was bis heute bekannt ist

Die Zusammensetzung von Kaffee ist sehr komplex und hängt von vielen Faktoren ab. Kaffee enthält mehr als 1'000 Substanzen, deren Mengenverhältnisse je nach Kaffeesorte, Wachstumsbedingungen der Pflanze (Breitengrad, Höhe, Neigung des Hanges, Bodenqualität, Klima), Aufbereitung (Nass- oder Trocken) und den Röstverfahren variieren. Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Kaffeebohne sind:

Quelle:
http://www.caffe-caroma.com/cms/index.php?option=
com_content&view=article&id=118&Itemid=207


Die meisten der geschätzten 1'000 Aromastoffe entstehen erst durch die sogenannte Maillard-Reaktion während des Röstens - Rohkaffee ist eher geruchslos. Der natürliche Ursprung des flüchtigen Kaffeearomas ist jedoch noch ein Geheimnis. Die Kenntnisse über die Chemie der spezifischen, nichtflüchtigen Kaffeegeschmacksstoffe sind noch viel lückenhafter. Der bittere Geschmack des Kaffees ist nach heutigem Wissen nicht nur auf das Koffein, sondern auch auf Substanzen, die durch die Maillard-Reaktion entstehen, abzuleiten. Diese Reaktion bedeutet die Umsetzung von Kohlenhydraten mit den Eiweißen unter Hitze. Welche Aspekte für die „feine Säure” des hochwertigen Kaffees verantwortlich sind, ist noch nicht gelöst, obwohl schon 83 verschiedene Säuren im Kaffee entdeckt wurden. (Quelle: http://www.mein-eigener-kaffee.de/kaffeeblog/inhaltsstoffe-von-kaffee/)


Quelle: http://coffeegeek.de/2012/10/kaffee-zahlen/
Trotz der enormen Gelder die seit Jahren in die Erforschung des Kaffees gesteckt werden, sind noch immer über 35% der Inhaltsstoffe des Kaffees unbekannt. Dies ist erstaunlich für ein Produkt, das nach Erdöl das zweitwichtigste Handelsgut auf dem Welt-Rohstoffmarkt ist. Wir freuen uns deshalb um so mehr, dass es unserem Team von Kaffa Wildkaffee gelungen ist, substanzielle Fortschritte bei der Erforschung der letzten Geheimnisse des Kaffees gemacht zu haben und Ihnen diese hier präsentieren zu dürfen.

Das wahre Geheimnis des Kaffees

Da wir nicht die gleichen finanziellen Mittel zur Verfügung haben wie die den Markt dominierenden Hersteller von Industriekaffee, mussten wir uns einen anderen Ansatz überlegen. Wir wollten den Kaffee nicht in all seine über 2'000 Einzelteile zerlegen, Atome zählen und eventuelle neue chemische Elemente und die 84. Säure entdecken. Wir sind uns treu geblieben und haben die Kaffeebohne aus einer holistischen Perspektive betrachtet. Wir haben uns leiten lassen von der Einsicht, dass man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, wenn man zu fest ins Detail geht und deshalb Abstand genommen vom mikrophysikalischen Bereich. Und siehe da, ein neues Universum hat sich geöffnet und uns das wahre Geheimnis des Kaffees offenbart.

Das unbekannt Drittel der Kaffeebohne besteht aus Magie. Schauen Sie sich mal eine Kaffeebohne an. In dieser kleinen Bohne steckt schon ein ganzes Lebensprojekt, ein jahrealter Baum, dicke Äste, dünne Zweige, sattgrüne Blätter, zartweisse Blüten und rote Kirschen zur gleichen Zeit, Wurzeln, die sich tief ins Erdreich graben, all das ist schon vorprogrammiert in dieser kleinen Bohne. Aber das ist nur ein kleiner Teil der Magie. Der grössere Teil ist das, was alles drumherum passiert, wenn sie einmal ausgetrieben hat, wenn das Projekt Baum lebt. Da krabbelt und fleucht es, da sirren die Zikaden, es duftet nach Honig und feuchtem Lehm. Nebelschwaden kriechen durch die lichteren Teile des grünen Dickichts, Sonnenstrahlen brechen sich im grünen Geäst und wie tausend Smaragde glitzern die noch an den Blättern hängenden Regentropfen. Scheue Mantelaffen schwingen sich von Wipfel zu Wipfel und beäugen neugierig den Wildsammler wie er seinen Korb mit den roten Beeren füllt. Ein Hornvogel schreit Gefahr. Und nachts, wenn Millionen von Sternen am Himmelszelt funkeln, lebt der Wald weiter. Äste knacken, Schreie wechseln sich ab mit langgezogenem Wehklagen. Schwüle Hitze und kühle Winde lösen sich ab, Schmetterlinge, Flusspferde, Antilopen, Leoparden und Löwen teilen sich den Wald mit Schlingpflanzen, Urwaldriesen, Moos, Spinnen und Ameisen. Die animalischen Gerüche und liebliche Blumen-Düfte, das Knarren, Bienensummen, Plätschern und jublierende Vogelstimmen, Milliarden von Grüntönen. All das, und noch viel, viel mehr steckt in jeder einzelnen Kaffa Wildkaffeebohne, in jedem Tropfen Kaffee, der nach dem letzten Schluck noch an der Tasse vertrocknet.


Denken Sie daran, beim nächsten Mal, wenn Sie Kaffee trinken. Schliessen Sie für einen kurzen Moment die Augen und erleben Sie die Magie dieses Universums, haben Sie Teil an diesem unendlichen Reichtum von Leben, konzentriert in jeder einzelnen Bohne, jedem einzelnen Tropfen. Tragen Sie Sorge zu unserem Kaffee, denn er ist wirklich Wert-voll, kein Plantagenkaffee kann Ihnen diesen Reichtum, diese (Aromen-)Vielfalt bieten. Geniessen Sie, immer wieder mal, ganz bewusst Ihren Kaffee. Wir freuen uns sehr dieses Geheimniss, diese Magie mit Ihnen teilen zu dürfen.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Kaffakocher - 7 Fliegen auf einen Streich

Ist Ihnen das auch schon passiert? Manchmal gibt es Ideen bei denen man sich fragt, warum man da nicht schon früher darauf gekommen ist. Die sind meist ganz simpel und von einer stupenden Effektivität. Beim Kaffakocher handelt es sich um so eine Idee. "Nichts ist stärker als eine Idee deren Zeit gekommen ist" sagte schon Victor Hugo. Genau deshalb laden wir Sie heute ein das Kaffakocher-Projekt, welches 7 Fliegen auf einen Streich schlägt, besser kennen zu lernen. Und, sollten wir Sie überzeugen, hoffen wir natürlich auch auf Ihre (finanzielle) Unterstützung.

Ein Kocher der 7 Fliegen auf einen Streich schlägt, ist eine enorme Ansage. Schauen wir uns dieses kurze Video an, das uns erklärt, um was es überhaupt geht:

Kurz zusammengefasst geht es darum, dass im äthiopischen Kaffa-Bergregenwald anstelle von wertvollem Holz der trockene, an sich unbrennbare Kaffeeschalen-Abfall aus der Kaffeeherstellung als Brennmaterial verwendet werden soll. Dazu werden vor Ort energieeffiziente Low-Tech Pyrolysekocher hergestellt. Dadurch  können die sonst üblichen rauchigen, offenen Feuerstellen ersetzt werden. Bei der Entwicklung und Umsetzung wird eng mit der lokalen Bevölkerung zusammengearbeitet. Schweizer Know-How wird gepaart mit äthiopischer Erfahrung. Die Kocher werden von lokalen Handwerkern hergestellt und verkauft. Kleinunternehmertum wird gefördert, Klima und Wald werden geschont und der Kaffeeabfall sinnvoll genutzt. Vor allem aber erhalten Frauen zusätzliche Perspektiven und sind mit ihren Kindern auch nicht mehr dem Rauch der offenen Feuerstellen ausgesetzt. Frauen und Kinder können gesünder leben.


Schön und gut, aber was genau ist ein Pyrolysekocher? Im Zusammenhang mit der Backofenreinigung haben das Wort sicher schon einige gehört. Es handelt sich bei Pyrolyse bzw. pyrolytischer Zersetzung (von altgriechisch πῦρ pyr ‚Feuer‘ und λύσις lýsis ‚(Auf)Lösung‘) um eine thermo-chemische Spaltung organischer Verbindungen, wobei durch hohe Temperaturen (200–900 °C) ein Bindungsbruch innerhalb großer Moleküle in kleinere erzwungen wird. Soviel zum physikalischen Hintergrund. Für den Laien verständlich gesagt geht es darum, Produkte nicht zu verbrennen sondern zu verkohlen. Der frühere Beruf des Köhlers könnte also auch Pyrolisateur genannt werden. Beim Verkohlen entstehen Gase, diese werden im Pyrolysekocher abgefackelt und als Energiequelle zum Kochen benutzt. Stephan Gutzwiller, der mit seiner Firma Kaskad-E am Projekt beteiligt ist, hat bereits Pyrolysekocher für Haiti entwickelt. Dieses Modell muss nun weiterentwickelt werden, um zum einen die sehr schlecht brennbaren Kaffeeschalen als Abfall zu verkohlen und zum anderen, um den Kocher auf die lokale Küchentradition anzupassen. Die beim Pyrolyseprozess während dem Kochen entstehende Pflanzenkohle wird entweder als Ersatz von Holzkohle für die traditionelle Kaffeezeremonie weiterverwendet oder zusammen mit Kompost oder Tiermist aktiviert (Terra Preta) und als Bodenverbesserer in den Boden eingebracht. Dies ist ein sehr guter Ersatz von chemischem Dünger, er erhöht die Bodenfruchtbarkeit und schliesst so auf wunderbare Art und Weise den Nährstoffkreislauf des Kaffa Wildkaffees.


Nun haben sich vier Personen zu einem Initiantenteam "Kaffakocher" zusammengeschlossen, um dieser Idee Leben einzuhauchen. Seit Monaten arbeiten sie an diesem Projekt und sind nun soweit, dass diese ausgezeichnete Idee realisiert werden könnte. Könnte! Denn es braucht dazu finanzielle Mittel.
Die gesamten Kosten des Pilotprojektes belaufen sich auf 174’000 CHF. Der Bund unterstützt die Trägerschaft über die Plattform REPIC mit 50%. Weiter wird sie von Geo schützt den Regenwald unterstützt. Sie selbst und ihre Partner bringen viele Eigenleistungen hinein. Es fehlen noch 50‘000 CHF. Einen Teil davon erhoffen sie sich von weiteren Partnern und Stiftungen. Und die letzten 30‘000 CHF möchten sie über Crowdfunding finden. Aber bevor wir Sie, um ihre aktive Mithilfe bitten, möchten wir doch noch kurz auf die 7 Fliegen zurückkommen, die da mit Ihrer Unterstützung auf einen Streich geschlagen werden sollen:

 1. Fliege: Kaffeeabfall-Verwertung

Bei der Gewinnung von Kaffee mittels sonnengetrocknetem Verfahren bleibt getrocknete Schale (sogenannte Pulpe, sowie Pergamenthäutchen) als Kaffeeabfall zurück. Diese lagern bei den Verarbeitungsbetrieben meist ungenutzt auf Abfallhaufen. Dadurch, dass die Abfallhaufen nicht mehr vor sich hinmotten sondern in Pflanzenkohle umgewandelt werden wird CO2 reduziert.
 2. Fliege: Einkommensmöglichkeiten für Frauen

Mit den Pyrolysekochern können sich Frauen auch als Kleinunternehmerinnen für den Verkauf von Injeras-Sauerteigfladen (Nationalgericht) betätigen. Kostenersparnis für die Nutzer und Zeitersparnis vor allem für Frauen und Mädchen (weniger Holz sammeln und tragen, zeitsparender Kochvorgang), dadurch mehr Zeit für Bildung und einkommensgenerierende Aktivitäten.
 3. Fliege: Energieeffizienter Low-Tech-Kocher

Darin werden die Kaffeeschalen entgast und das Gas zum Brennen gebracht. Mit diesem Kocher können rund 65-70 % Energie und viel Brennholz gespart werden.
 4. Fliege: Aufbau lokaler Geschäftsmöglichkeiten, verminderte Armut

Lokale Kleinunternehmer produzieren und vermarkten diese Pyrolysekocher. Auch für Annahme und Weiterverkauf der Pflanzenkohle gibt es lokale Kleinunternehmer. Dadurch werden Einkommen generiert.
 5. Fliege: Schutz des Regenwaldes als Klimaregulator

In der Provinz Kaffa stehen heute nur noch 200'000 Hektar intakter Bergregenwald und die gesamte Waldfläche Äthiopiens ist von einst 40% auf 2.7% geschrumpft. Die fortgeschrittene Entwaldung führt in weiten Teilen des Landes dazu, dass Holz nur nach Zurücklegen weiter Strecken gesammelt oder zu hohen und stetig weitersteigenden Preisen gekauft werden kann. Durch die Schonung des Waldes als Brennholzlieferant wird CO2 gebunden.
 6. Fliege: Ertragssteigerung auf den Feldern

Dank dem Einsatz von Pflanzenkohle kann der Boden verbessert, CO2 gebunden, der Ertrag gesteigert und die Ernährungssituaton verbessert werden.
 7. Fliege: Verbesserte Gesundheit der lokalen Bevölkerung

Traditionel wird auf dem Land meist auf offenem Feuer mit drei Steinen gekocht, was in den Hütten eine enorme Rauchentwicklung verursacht und gesundheitsschädigend ist. Vor allem Frauen und Kinder atmen ständig diesen Rauch ein. Der Pyrolysekocher ist praktisch rauchfrei.

Wenn Sie nun auch der Auffassung sind, dieses Projekt verdiene es zum Fliegen zu kommen, würden wir uns über Ihre Unterstützung sehr freuen. Mit dem Crowdfunding-Ziel von 30‘000 CHF können erste Kocher in Äthiopien hergestellt, Handwerker ausgebildet und die Kocher verbreitet werden.

http://www.kaffakocher.ch/

Mitfinanzieren können Sie dieses Projekt auf der Kaffakocher-Website, wo Sie auch viele weitere Informationen finden. Selbstverständlich können Sie aber auch "nur" Werbung machen und diese Projekt in Ihrem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis bekannt machen. Oder Sie machen beides.

Wir vom Kaffa-Wildkaffee-Team bedanken uns schon im voraus sehr herzlich für Ihre Unterstützung, egal welcher Art. Wir werden Sie an dieser Stelle, und natürlich auch speziell auf unseren Facebook-Seiten Kaffa Wildkaffee und Kaffakocher über die Fortschritte des Projektes auf dem Laufenden halten.

P.S.: Sind Sie eine nachhaltige Unternehmerin oder ein sozial engagierter Firmeninhaber? Wie wäre es, wenn Sie, anstelle der alljährlichen Kundengeschenke, Ihr Engagement mit einer Spende unterstreichen?

P.P.S.: Wie bei Crowdfunding-Projekten üblich gibt es auch bei Kaffakocher tolle Prämien als Gegenleistung für Ihre Spende, z.B. eine Postkarte direkt aus Äthiopien, ein Paket frisch gerösteter Kaffa-Wildkaffee oder ein Kaffa-Wildkaffee-Abonnement inklusive einem Pyrolysekocher-Znacht. Am besten schauen Sie doch ganz einfach selber nach.

Freitag, 25. Juli 2014

Kaffagenuss in den Walliser Alpen


Wenn unser Verkaufsmitarbeiter Walter Eiselen frühmorgens seine roten Wandersocken anzieht dann verbindet er das Nützliche mit dem Angenehmen, denn dann steht ein Besuch unserer höchsgelegenen Kunden auf rund 2000 M.ü.M an. Letzte Woche war es wieder soweit. Hier seine Eindrücke:


Pro Natura Zentrum Aletsch, 2065m.ü.M.

Wie wärs mit einem feinen Kaffa Espresso, einem Kaffa-Cappuccino oder - genauso gut - einer schönen RIO NAPO Trinkschokolade mitten im UNESCO Weltnaturerbe Aletsch? Nur eine halbe Stunde Aufstieg von den Bergstationen der Riederalp-Seilbahnen entfernt steht, stolz auf der Riederfurka, die wunderschöne und denkmalgeschützte Villa Cassel. Dort ist das Zentrum Aletsch von Pro Natura untergebracht. Die interessanten Ausstellungen oder den Alpengarten bewundern, eine Pause im Teesalon aus der Belle Epoque einlegen, oder auch in den original erhaltenen Schlafgemächern in den Obergeschossen nächtigen, der freundliche Empfang durch Carmen Supersaxo, Leiterin Gastronomie und ihr Team: All das macht den Besuch in der Villa zu einem unvergesslichen Erlebnis.


Seit meiner Wanderung zum Kaffa-Kundenbesuch auf die Riederfurka weiss ich, dass die Villa Cassel auch bei schlechtem Wetter noch lange einen Besuch wert ist. Trotz Regen und Nebel gab es imposante Ausblicke auf den grossen Gletscher und schönste Wege durch den geschützten Aletschwald. Sogar die Sonne guckte hin und wieder durch, trotz schlechtestem Wetter laut Prognose!

http://www.pronatura-aletsch.ch








Refuge d'Aïroz, 1973 M.ü.M.

Hoch über Conthey und den Rebbergen von Aven und Erde liegt das Refuge d'Aïroz (Landeskarte: Chaux d'Aïre) mit grandiosem Ausblick über das ganze Wallis und hinüber zu den schneebedeckten Viertausendern. Refuge d'Aïroz ist ein sehr guter Ausgangspunkt für mannigfaltige Wander- und Biketouren in der wundervollen, aber wenig bekannten Region Derborence, Mont Gond und Sanetschpass.


In einer ehemaligen Alphütte haben Judith und Yann mit viel eigenem Einsatz eine heimelige Berghütte mit Massenlagerplätzen eingerichtet, wo man alles bekommt, was es zum Wohlsein und Geniessen braucht. Die ganze Alp ist bio-zertifiziert, und auch im Refuge legen Yann und Judith grossen Wert auf Bio-Qualität.

Der Strom ist knapp im Refuge d'Aïroz; deswegen wird jeden Morgen Kaffa Medium gefiltert und so der Kaffa-Tagesbedarf bereitgestellt. Statt die Gäste mit hartem Pulverkaffee zu konfrontieren, werden sie von Yann und Judith mit weichem, fruchtig-vollmundigem Kaffa verwöhnt. Dies hat ihnen schon manch lobende Bemerkung beschert.

Auch ich habe, nach schweisstreibendem Aufstieg am Vortag, feinem Znacht und vollmundigem Morgenkaffa, einen grandiosen, aber auch anstrengenden Wandertag in dieser einsamen Gegend genossen.

http://alpe-airoz.com Achtung: Etwas schlecht sichtbar, befindet sich die Navigationsleiste oben auf der Homepage.

Samstag, 21. Juni 2014

Bonga Red Mountain - Wildkaffee in Kapseln

Jetzt endlich gibt es den saubersten, fairsten und besten Wildkaffee auch in nespressokompatiblen Kapseln.

Vielleicht werden ein paar von Ihnen mit Unverständnis die Köpfe schütteln. Uns ging es am Anfang auch so ... Warum lässt sich ein der Rettung des Regenwaldes, dem fairen Handel und der Ökologie verpflichtetes Unternehmen wie Original Food auf die Produktion der als nicht sehr nachhaltig bekannten Kaffeekapseln ein?


Die Geschäftsleiterin Maria Müller meint dazu: „Die beste Möglichkeit den Regenwald nachhaltig zu schützen ist den davon lebenden Kleinbauern ein Einkommen zu ermöglichen. Wir bezahlen für den äthiopischen Wildkaffee das anderthalbfache des Weltmarktpreises für Arabica-Kaffee und geben so einen direkten Anreiz die letzten Bergregenwälder Äthiopiens, der Ursprungsregion allen Kaffees und ein wichtiger Klimaregulator vor der totalen Abholzung zu retten.  Vierzig Prozent der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten nutzen eine Kapselmaschine. Wollen wir den Schutz des Regenwaldes ernsthaft vorantreiben ist das ein Markt dem wir uns nicht verschliessen können. Der Zugang zu diesem Wachstumsmarkt ermöglicht den Wildkaffee-Bauern von Bonga ein gesichertes Einkommen und gleichzeitig bietet der Bonga Red Mountain den Verwendern von Kapsel-Kaffee eine einzigartige und nachhaltige Kaffee-Rarität.“


Der Kaffee stammt aus wildwachsendem Arabica, wurde als weder gedüngt noch gespritzt. Die Kaffeekirschen werden anschliessend natürlich an der Sonne getrocknet (das sogenannte Honigwasser gibt es bei uns also nicht) und Bohne für Bohne von Hand gelesen . Das alles und die schonende Langzeitröstung macht Bonga Red Mountain zu einem der besten Kaffees der Welt, finden wir zumindest.

Bonga Red Mountain - Der erste Wildkaffe in nespressokompatiblen Kapseln

Wir haben uns die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht diesen in eine Kapsel zu stecken und wir sind uns bewusst, dass wir nicht überall auf Verständnis stossen werden. Ausschlaggebend war aber die Ansicht, dass es manchmal besser ist, im System drin Veränderungen zu bewirken als das System von aussen zu bekämpfen.

Zurzeit sind die Kapseln noch aus Pet-PP und werden mit dem normalen Haushaltabfall thermisch verwertet. Wir arbeiten aber seit ein paar Monaten schon mit renommierten Forschern daran Kapselmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen zu können um künftig eine noch ökologischere Verpackungslösung anzubieten.

Die nespressokompatiblen Kapseln findet man in vielen Bioläden, im Reformhaus Müller, bei Egli bio, ab Anfang Juli auch im Globus und selbstverständlich auch in unserem Webshop. Als Alternative empfehlen wir Ihnen die nachfüllbaren Kaffeekapseln Coffeeduck welche bei rrrevolve bezogen werden können. Einfach mit Kaffa Wildkaffee füllen und den saubersten, fairsten und besten Kaffee geniessen den es zur Zeit gibt.

http://www.biomarche.ch

Dieses Wochenende (20. - 22. Juni 2014) sind wir übrigens in Zofingen am Bio Marché. Besuchen Sie uns an unserem Stand in der Vorderen Hauptgasse, degustieren Sie unseren Wildkaffee und diskutieren Sie mit uns über die Kapsel. Wir sind sehr gespannt auf Ihre Kommentare. Und falls Sie nicht nach Zofingen kommen können dürfen Sie uns Ihre Meinung auch gerne untenstehend mitteilen. Herzlichen Dank!
 

Freitag, 2. Mai 2014

Die Magie des Kaffees


Schwarz wie die Nacht und süss wie die Liebe, so soll er sein, sagen die Italiener. Die Amerikaner mögen ihn brühendheiss und eher lang und in Asien wird er oft mit Eiswürfeln und Kondensmilch serviert. Die Einen können sich ein Leben ohne ihn gar nicht vorstellen, andere mögen ihn überhaupt nicht, den Kaffee.

Kaffee, ein Getränk das die Welt erobert hat wie kaum ein anderes. Vom ehemaligen Elixier der Könige ist er zur Industrieware verkommen, pro Sekunde werden weltweit knapp 29'000 Tassen getrunken.

Aber was wäre die Welt ohne Kaffee? Wäre die EU gegründet worden hätte es keinen Kaffee gegeben der die Minister in ihren nächtelangen Verhandlungen wachgehalten hat?
Hätte Einstein die Relativitätstheorie gefunden ohne den stimulierenden Kaffee?
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Wäre Hans Meier auf die Welt gekommen, hätte Urs Meier seine Frau Rita Huber nicht beim Kaffeeautomaten kennengelernt?
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Und Honoré de Balzac wäre ohne Kaffe vermutlich auch nicht berühmt geworden wie wir Stefan Zweigs Biografie über den französischen Schriftsteller entnehmen können. So schreib Balzac über den Kaffe, das schwarze Öl allein, das diese phantastische Arbeitsmaschine Körper immer wieder in Gang bringt:

Der Kaffee gleitet hinab in den Magen, und dann gerät alles in Bewegung: die Ideen rücken an wie Bataillone der grossen Armee auf dem Schlachtfeld; der Kampf beginnt. Erinnerungen treffen im Sturmschritt ein als Fähnriche des Aufmarsches. Die leichte Kavallerie entwickelt sich in einem prachtvollen Galopp. Die Artillerie der Logik braust heran mit ihrem Train und ihren Kartuschen. Die geistreichen Einfälle greifen als Tireilleurs ins Gefecht ein. Die Gestalten kostümieren sich, das Papier bedeckt sich mit Tinte, die Schlacht hebt an und endet unter Strömen schwarzer Flut, so wie die wirkliche Feldschlacht in schwarzem Pulverrauch ertrinkt.

Gewiss kann über die Wichtigkeit der einen oder anderen Errungenschaft die - mehr oder weniger - dem Kaffee zu verdanken ist gestritten werden, aber der Magie des Kaffees kann man sich nur schwerlich entziehen. Was macht diese aus? Ist es der Duft, der Tote wecken könnte? Ist es der Aromenreichtumg von über 850 flüchtigen Bestandteilen? Ist es die belebende Wirkung? Oder das Bild, das die Werbung uns vermittelt?

Vermutlich sind es ganz einfach die Momente, in denen Kaffee genossen wird die ihn zu etwas speziellem machen. Oft sind es kleine Pausen im hektischen Alltag, Momente, in denen die Zeit innehält. Momente der Lebensqualität wie der Kaffeeklatsch mit einer guten Freundin oder der krönende Abschluss eines guten Essens. Immer öfter aber wird der Kaffee zu einem schnellen Konsumgut, einem Suchtmittel welches man gedankenlos aus Pappbechern in sich hineinschlürft. Dazu passt, dass hinter dem schwarzen Gold ein riesengrosses, oft unschönes Geschäft steht wie der Film Black Gold auf eindrückliche Weise zeigt.

Geben wir dem Kaffe die Magie zurück, die er verdient, behandeln wir ihn mit allem Respekt den er verdient. Denn hinter einem guten Kaffee versteckt sich eine wunderbare, magische Welt von Aromen, von Regenwäldern, von Bauernhänden die die Kaffeebohnen pflücken,
von Frauen und Männern die den Kaffee an der Sonne trocknen, von äthiopischen Stammesgesängen, Kinderlachen, Rauch in den Augen und Röstaromen über dem offenen Holzfeuer.
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Seien wir uns bewusst, dass Kaffee ein Geschenk der Mutter Natur ist, trinken wir ihn so, als ob wir noch nie einen Kaffee getrunken hätten, was auf eine Art und Weise wahr ist: In diesem Moment hatten wir noch nie Kaffee. Dieser Moment war noch nie zuvor, wir hatten ähnliche Momente aber nicht genau diesen.
Riechen wir erst einmal, trinken wir bewusst, spüren wir dem Geschmack nach, dem Körper, der Süsse oder der Säure. Spüren wir die warme Tasse in der Hand, geniessen wir den Moment, trinken wir weniger, dafür besser. Trinken wir doch einfach Wildkaffee aus fairem Handel.

Freitag, 11. April 2014

Was hat der Geschmack von Walderdbeeren mit Wildkaffee zu tun?

Walderdbeere

Es dauert noch eine Weile, bis wir sie wieder finden, die reifen Walderbeeren die uns auf unserer Sommerwanderung rot entgegenleuchten und deren unvergleichlicher Geschmack schon von den römischen Dichtern gepriesen wurde. Aber warum sind Walderdbeeren so aromatisch? Vermutlich zum einen, weil sie so klein sind und kleine Früchte meistens konzentrierter schmecken. Zum anderen liegt es sicher auch am Standort Wald. Dort haben sie sich während Jahren an ihre Umgebung angepasst. Und wie beim biodymischem Weinbau nimmt auch hier ein ganzes Ökosystem Einfluss auf den Geschmack.

Coffea arabica

Aber was haben Walderdbeere und Wildkaffee gemeinsam? Vom botanischen Standpunkt aus nicht so viel obwohl beide kleine, rote Früchte tragen. Walderdbeeren sind ein Rosengewächs, Wildkaffee ein Enziangewächs. Interessieren wir uns aber für den Geschmack, und um den geht es vor allem in diesem Beitrag, finden wir schon einige Gemeinsamkeiten. Walderdbeeren schmecken intensiver als Kulturerdbeeren, Wildkaffee ist um Welten aromatischer als Plantagenkaffee. Die Früchte des wilden Kaffeebaumes sind zwar nur geringfügig kleiner aber der Etrag ist wesentlich tiefer. Das spricht für konzentriertere Aromen.



Was den Wildkaffee aber so unglaublich aromenreich macht ist der Wald



Warum dieser Wald geschützt werden muss schreiben wir in einem der nächsten Beiträge.

Wie unterscheidet sich nun aber der Geschmack von Wildkaffee zu normalem Kaffee?