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Donnerstag, 7. Juli 2016

Auf einen Kaffee mit ... dem Förster Urs Gsell

Was haben ein Förster, ein Kaufvertrag von 1605 aus dem aargauischen Hirschthal und Wildkaffee gemeinsam? Die Liebe zum Wald, natürlich. Für 2000 Gulden kauften die Bürger von Hirschthal 1605 den Bernern ein Stück Wald ab. Vierhundert Jahre später wurde dieses Ereignis zum Anlass eines grossen und grossartigen dreiwöchigen Wald-Festes mit über 50'000 Besucherinnen und Besuchern. Getragen von der einmaligen Atmosphäre, der positiven Stimmung und einem grossartigen Support aus der Bevölkerung entschliesst sich das OK,sich in einem Nachfolgeprojekt zu engagieren und einen Treffpunkt für Natur, Kultur und ungezwungenes Beisammensein zu schaffen, die Biberburg. Dieser in seiner Art wohl einzigartige Ort lädt zu einer kleinen Auszeit von der Hektik des Alltags ein. Perfekt also für eine Tasse Kaffee mit Urs Gsell, Förster und Präsident des Vereins.


Es gibt so Momente im Leben, da stimmt einfach alles. Genauso lief es bei dieser Idee, erzählt Urs Gsell. Eines Abends entschied sich der Verein wie nun dieses naturnahe und nachhaltige Projekt verständlich und konkret umgesetzt werden sollte: mit einem Gastrolokal in einem Bau, der der Tierwelt nachempfunden ist. Ein Kulturort eingebettet in natürlicher Umgebung. Nun musste nur noch das entsprechende Stück Land dazu gefunden werden. Keine 24 Stunden später schenkte ein lokaler Unternehmer dem Verein eine an der Suhr gelegene Parzelle im Baurecht. Nach tausenden Stunden Fronarbeit und mit tatkräftiger Unterstützung aus der Waldbaubranche des Suhrentals und der gesamten Bevölkerung konnte 2009 die Generationen verbindende Biberburg eröffnet werden. 95% der Baumaterialien stammen aus einem Umkreis von höchstens fünf Kilometern. Regionalität wird hier gelebt.


Dies gilt natürlich auch für den Gastrobereich. Der bei Gross und Klein beliebte, nur Donnerstag und Freitag-Abend geöffnete Feierabendtreff zieht Sommer wie Winter viele Familien an, die vor allem die speziellen Brötli schätzen. Regionale Produkte sind meist teurer, erklärt Urs Gsell, aber besser und wir unterstützen so das lokale Handwerk. So bleibt die Wertschöpfung in der Region und verschwindet nicht irgendwo in einer Steueroase eines multinationalen Unternehmens. Zweimal pro Woche im Schnitt wird die Biberburg, die Raum für 20 - 80 Personen bietet, für Seminare und/oder Feiern gebucht und erwirtschaftet damit in etwa gleichviel wie der Donnerstags und Freitags geöffnete Gastrobetrieb. Im Sommer sitzt man gemütlich auf der Terrasse, im Winter wärmt man seine Seele im mit viel Holz ausgestatteten, heimeligen Inneren der Biberburg, am Cheminéefeuer oder der Baumstammbar.


Mit dem im Gastrobereich erwirtschafteten Gewinn werden die kulturellen Anlässe subventioniert und was danach noch übrigbleibt ging in den letzten Jahren als Unterstützung an ein weiteres Waldprojekt, den Bruno Manser-Fonds. Damit ist auch die kulturelle Linie gegeben, es geht um Natur, um Wald und um Regionales. In den letzten sieben Jahren fanden 70 verschiedene Konzerte und Vorträge statt, die alle immer gut besucht sind. Woher kommt dieser Erfolg wollten wir wissen. Urs Gsell erklärt ihn damit, dass sie nicht nur einen Ort erschaffen haben zum Loslassen, der gefüllt ist mit guter Energie sondern auch, dass die Vorträge und Filme immer positiver Natur sind, lösungsorientiert. In diesen sieben Jahren hätten sie sich einen guten Ruf erarbeitet, das sei nicht einfach, weil man mit dem Thema Natur schnell ins Spannungsfeld von Wissenschaft und Esoterik gerät. Es sei aber immer spannend, weil Themen wie der Wald als Kraftort oder durch Wurzelgeflecht kommunizierende Bäume vor einigen Jahren noch als Spinnertum abgetan, in der Zwischenzeit aber wissenschaftlich nachgewiesen werden konnten. Bei den Konzerten gäbe es viele gute regionale Bands die immer wieder mal gerne kommen, sei es Country, Blues oder Jazz und auch eine Stubete gibt es einmal pro Jahr.



Wir erben die Erde nicht von unseren Ahnen -
sondern borgen sie von unseren Kindern.

Antoine de Saint-Exupéry



Nach diesem Motto richtet sich das ganze Engagement des Vereins. Das Bewusstsein soll gefördert werden, dass die Natur uns viel positive Energie gibt und wir ihr Sorge tragen müssen. Das Ökosystem Wald spielt dabei eine tragende Rolle und hat uns noch lange nicht all seine Geheimnisse preisgegeben. Diese immer wieder aufs Neue zu entdecken, lädt die Biberburg auf entspannte Art ein. Wir wollten von Präsidenten wissen, woher er nach sieben Jahren immer noch die Motivation hole, dieses doch ziemlich aufwendige Ehrenamt weiter zu bekleiden. Zum einen, meint er vergnügt, sind dies die immer wieder spannenden Begegnungen in der Biberburg und die Wertschätzung die der Verein in der Region erhält, zum anderen auch der Wunsch, den Verein etwas zu verjüngen, das könne aber nicht mit dem Brecheisen geschehen sondern müsse organisch wachsen. Dazu braucht es Zeit. Was er denn noch für Ziele habe, ist unsere abschliessende Frage. Etwas am Leben zu erhalten sei einiges schwieriger findet Gsell, als etwas aufzubauen, steigt in seinen Geländewagen und fährt zur Arbeit. Die Zeit, die man zwischen Bäumen verbringt ist nie verlorene Zeit ...


Die Biberburg heisst sie jeweils

Donnerstags von 17 - 24 Uhr und
Freitags von 16 - 01 Uhr herzlich willkommen

Sie befindet sich unweit der Autobahnausfahrt Aarau West und ist auch mit den ÖV gut erreichbar.
Achtung, vom 21. Juli bis 6. August machen die Biber Ferien.

Freitag, 24. Juni 2016

Hurra - die Zero Waste-Kaffeekapsel ist da !

Oft versprochen, nie gehalten, kompostierbare Kaffeekapseln sind genauso Traum wie der Schaum auf einem schlechten Cappuccino. Aber mit irgendetwas müssen die Kunden ja bei der Stange gehalten werden, besonders die mit dem schlechten Gewissen. Wie schlimm steht es wirklich um Kapselkaffee, was gibt es an Lösungen und was ist die Zero Waste-Kapsel, diesen drei Fragen gehen wir heute etwas genauer auf den Grund.


Das Problem ist bekannt. Kaffeekapseln, insbesondere die aus Aluminium, sind eine Belastung für die Umwelt. Die Quellen sind sich einig, dieses Jahr werden es allein in Deutschland rund 4 Milliarden Kaffeekapseln sein, die in den Müll wandern was einem Müllberg von 4'000 Tonnen entspricht (ohne Verpackung). Brigit Beck vom österreichischen Verein für Konsumenteninformation sieht vor allem bei Aluminium einige Probleme: "Das Material wird in Ländern hergestellt, wo die Arbeitsbedingungen und die Einflüsse auf die Umwelt nicht ausreichend kontrolliert werden. Bei der Produktion entstehen hochgiftige Substanzen." Die Produktion von Aluminium ist ausserdem äusserst energieintensiv und für den Abbau der Rohstoffe wird häufig Regenwald zerstört. Zuverlässige Zahlen zum angebotenen Kapselrecycling fehlen, unsere Beobachtungen zeigen aber, dass die meisten im Müll landen, genauso wie die aus Plastik.


Das Problem ist erkannt. Viele Hersteller bemühen sich deshalb um Lösungen. Die Idee einer kompostierbaren Kaffeekapsel ist naheliegend, insbesondere seit dem Biokunststoffe vermehrt in alltagstauglichen Produkten auftauchen. Einige Hersteller sind da bereits ziemlich vollmundig unterwegs und behaupten, ihre Kapseln seien biologisch abbaubar und somit auch kompostierbar. Schaut man aber genauer hin, löst sich der Schaum in nichts auf, denn bei den meisten Produzenten ist lediglich das Kapselmaterial an und für sich kompostierbar, nicht aber die ziemlich druckfest und massiv gebaute Kapsel. Es ist heute durchaus möglich ein Qualitäts- oder Umweltzertifikat für eine Schwimmweste aus Blei zu erhalten, das sagt aber nichts über ihre Schwimmfähigkeit aus. Genaus das Gleiche ist mit den Kaffeekapseln der Fall, so lange nicht die Kapsel als Ganzes als kompostierbar zertifiziert ist, nützt jedes Siegel herzlich wenig. Da wird der Konsument ein bisschen an der Nase herumgeführt.


Hurra - die Zero Waste-Kapsel ist da, exklusiv nur bei Kaffa Wildkaffee! Wir haben sie, die als Ganzes zertifizierte, komplett aluminiumfreie, aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte und kompostierbare Kaffeekapsel. Wir freuen uns enorm, nun auch endlich für die Kapseln eine Lösung gefunden zu haben, die unseren Ansprüchen nach Nachhaltigkeit gerecht wird. Mit dieser Kapsel schliesst sich der Kreislauf und wir können beruhigt der Mutter Erde zurückgeben, was sie uns geschenkt hat. Kleines, aber nicht unwichtiges Detail, die meisten als kompostierbar deklarierten Kapseln haben als Aromaschutz unter dem Filterpapier eine aluminiumbedampfte Membrane (Ethical Coffee Company, zum Beispiel). Nicht so bei uns, wir haben auf eine etwas aufwändigere, dafür alufreie Lösung gesetzt und bieten so eine Kapsel an, welche komplett frei von genmanipulierten Organismen ist , ohne Thermoplast (PvdC) und ohne Bisphenol A auskommt, alles Stoffe die vom gesundheitlichen Aspekt her nicht ganz unumstritten sind. Und, unsere Kapseln tragen als einzige das Siegel "OK compost" der Prüfstelle Vinçotte, d.h. mehr als 90% des Materials ist unter industriellen Bedingungen in 12 Wochen in CO2 und Wasser umgewandelt. Im gut geführten Hauskompost kann man die Kapseln gemäss unseren ersten Erfahrungen ebenfalls kompostieren, es dauert jedoch etwas länger und wir empfehlen, die Kapseln etwas zu zerkleinern und etwas Erde und allenfalls Kompostbeschleuniger einzusetzen. Über unsere weiteren praktischen Erfahrungen werden wir Sie auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

Unsere Kaffa Wildkaffee-Kapsel im Kompostiertest
Nun gibt es allerdings einen kleinen Wermutstropfen. Noch! Viele industrielle Kompostieranlagen sortieren Kaffeekapseln au, da sie nicht wirklich oder nur ungenügend kompostierbar sind/waren und führen sie dem Restmüll zu. Mit dem vermehrten Einsatz von neuen und weiter verbesserten Biokunststoffen (wie auch jener unserer Kapseln) steigt aber der Druck diese Anwendungspraxis zu überdenken. Nun sind die Behörden, bzw. die Kompostieranlagenbetreiber am Ball. Fragen Sie doch einfach mal bei Ihrer lokalen Entsorgungsstelle nach und zeigen Sie ihnen unsere Packung. Vielleicht hilft das schon beim Umdenken.

Wir ruhen uns nicht auf unseren Lorbeeren aus und auch wir bleiben am Ball. So haben wir zum Beispiel gerade die Aluminiumbeutel unserer E.S.E.-Pads durch einen alufreien Papierbeutel mit Aroma-Sperrschicht ersetzt. Ein weiterer, wichtiger Schritt bei unserem Engagement für den Schutz der Natur. Es gibt noch einiges zu tun... Und allen Kritikern die meinen, noch besser wäre es, gar keine Kapseln zu benutzen sagen wir: Stimmt! Aber ... es gibt durchaus gute Gründe, die für die Kapsel sprechen. Die neuen Kapseln werden im Verlaufe des Sommers in den Handel kommen. Zuerst müssen die alten Kapseln noch ausverkauft werden, wir wollen diese ja nicht einfach wegschmeissen, oder?

Dienstag, 22. März 2016

140 Liter Wasser für eine Tasse Kaffee? Nicht mit uns ...

Kaffee ist, nach Erdöl, das zweitmeist gehandelte Produkt auf dem Weltmarkt und in Dollar gemessen das wichtigste landwirtschaftliche Handelsprodukt überhaupt. Kaffee verknüpft die Welt in einem dichten Netz aus ökonomischen, kulturellen und politischen Verbindungen. Die bescheidene Kaffeebohne, welche im 16. Jahrhundert vom damaligen Königreich Kaffa aus ihren Siegeszug über den Mittleren Osten in die ganze Welt antrat, wird heute in über 50 Ländern angebaut.

Auf der ganzen Welt braucht es für einen Kaffee Pulver und Wasser, in der Regel etwas mehr als einen Deziliter. Denkt man. Das Water Footprint Network hat errechnet, das es im Durchschnitt für eine Tasse Kaffee rund 140 Liter Wasser braucht.


Das ist viel. Wie kommt das? Wieviel Wasser braucht es denn, um den Kaffee zu produzieren? Wir haben uns auf die Suche gemacht und dabei folgendes herausgefunden.

Zuersteinmal, was ist überhaupt ein Wasser-Fussabdruck? Der Wasser-Fussabdruck wird definiert durch das Gesamtvolumen an Frischwasser das es braucht, um ein Produkt auf den Markt zu bringen.

Wasserverbrauch für Kaffee-ANBAU +
Wasserverbrauch für Kaffee-VERARBEITUNG =
Wasser-Fussabdruck für Kaffee

Beim Wasser-Fussabdruck für Kaffee gibt es zwei grosse Problemzonen:

1. Der Anbau

Der grösste Teil der 140 Liter wird beim Anbau verbraucht. Kaffee wächst im sogenannten Kaffeegürtel, den subtropischen Regionen in denen auch der Regenwald zu Hause ist. Der Kaffeebaum braucht also nebst hoher Luftfeuchtigkeit auch viel Wasser, um zu gedeihen. Fast 100% des konsumierten Kaffees wird in Plantagen angebaut. Und je mehr Kaffee konsumiert wird je mehr Regenwald wird gefällt, um die Plantagen zu vergrössern. Dies hat Einwirkungen auf das Weltklima. Zudem gelangen Spritz- und Düngemittel ins Grundwasser und in die Flüsse und werden so zu einer Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung. Die Rainforest Alliance setzt sich mit ihrem einfallsreichen Label "shade grown" dafür ein, dass Bäume gepflanzt werden, der Boden somit vor der Erosion und das Trinkwasser geschützt werden kann. Dieses grüne Deckmäntelchen ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Anbau von Kaffee nicht sehr umweltverträglich ist.

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2. Die Verarbeitungstechnik

Nur ein sehr geringer Teil der 140 Liter wird für die Verarbeitung des Kaffees verwendet. Dieser kleine Teil, das Kaffee-Abwasser, hat es aber in sich. Die Verarbeitung unterteilt man grob in 3 Möglichkeiten:

a) Trocken
Bei der Trockenverarbeitung werden die Kaffeekirschen während gut drei Wochen draussen an der Sonne getrocknet. Die Kaffeebohne nimmt in dieser Zeit Inhaltsstoffe aus dem Fruchtfleisch auf, unter anderem Fructose. Dies gibt dem Kaffee mehr Süsse und mehr Körper. Anschliessend werden die Kirschen mechanisch geschält.

b) Halbnass
Diese Technik wird in Kolumbien und Mexiko angewendet, um den Wasserverbrauch zu reduzieren. Halbnass produzierter Kaffee ist weniger zeitaufwändig und deshalb ökonomisch interessanter aber die Endqualität des Produktes wird als zweitklassig bewertet.

c) Nass
Drei Viertel der weltweiten Kaffeeproduktion ist Arabica. Die Nass-Verarbeitung wird hauptsächlich bei dieser Sorte angewendet. Dabei quetscht eine Maschine die Haut und das Fruchtfleisch ab, zurück bleibt ein glitschige Pektinschicht. Das dabei verwendete Wasser (bis zu 1200 Liter pro 60 kg Kirschen) hat anschliessend einen hohen Gehalt an Proteinen, schnell fermentierendem Zucker, Säuren und chemischen Giftstoffen. Um Wasser zu sparen, wird das Wasser oft zweimal verwendet was die Konzentration verdoppelt.  Dieses Wasser wird in die bereits belasteten Flüsse geleitet.
Die Bohnen werden anschliessend während rund 24 Stunden in einem Wassertank gelagert, wo die Pektinschicht zu fermentieren beginnt. Dabei entwickeln sich die Aromastoffe. Die Kaffeebohnen werden nun nochmals gewaschen, um sie von der Pektinschicht zu befreien und anschliessend getrocknet.
Das bereits mit Nitraten aus dem Anbau belastete Flusswasser hat zuwenig Sauerstoff, um die hohe Konzentration an Säure aufzubrechen die durch die Fermentation von Zucker und Pektin entstehen. Das Lebenselixir Wasser wird so zur Gefahr für Natur und Mensch.


Es wurden grosse Fortschritte erzielt, um die Waschanlagen sparsamer zu machen. Das ist lobenswert. Bei der Verarbeitung ist aber nicht die Wassermenge das Problem sondern die Belastung, bzw. das Einleiten der meist gar nicht oder nur bedingt gereinigten Abwasser in die Flüsse.

Warum aber wird Kaffee vor allem im Nassverfahren verarbeitet? Der Hauptgrund liegt in der Meinung, dass die Qualität und der Reichtum an Aromastoffen nur durch die Nassgärung optimal entwickelt werden kann. Dazu Ben Corey-Moran, Präsident des Spezialitäten Kaffee-Pioniers Thanksgiving Coffee und Gewinner des 2012 SCAA Sustainability Award: "Im Endeffekt ist die Industrie nicht wirklich sicher, warum sie auf gewaschenem Kaffee insistiert". Je länger je mehr gehen die Meinungen darüber auseinander, ob gewaschener Kaffee wirklich besser ist. Aber in der Zwischenzeit hat man in die Maschinenparks investiert und diese müssen rentabilisiert werden.

Im weiteren stellt sich auch die Frage nach der Wasser-Gerechtigkeit. Ist es richtig dass wir, um Kaffee trinken zu können, das kostbare Gut Wasser in meist armen Ländern verbrauchen und verschmutzen?

Was tun? Auf Kaffee verzichten? Es gibt Alternativen. Kaffa Wildkaffee, um ein Beispiel zu nennen, wird im Regenwald gepflückt und nicht auf Plantagen angebaut und er wird nicht gewaschen sondern an der Sonne getrocknet. Der Wasser-Fussabruck von Kaffa Wildkaffe ist praktisch null Liter für eine Tasse Kaffee. Nicht schlecht, oder?




Quellen:
Coffe wastwater  - wikipedia
Companies must address water use in coffee production - The Guardian
The impact of coffee processing on river water in ethiopia - The specialty coffee chronicle
Reconceptualizing the water in your coffee - CRS Coffeelands Blog
We underestimated water - dito
Industry leaders urge action on water in the coffeelands - dito
A long overdue report on some coffee fermentation experiments - Dymaxion. Peter Giuliano's Coffee Blog

Donnerstag, 3. März 2016

Das gute Geschäft mit dem schlechten Gewissen

Tue Gutes und sprich davon - ein uralter Marketingtrick der immer noch bestens funktioniert. Kein Wunder, Elend, Katastrophen und Hungersnöte haben nicht abgenommen und seit dem die Welt dank Internet ein globales Dorf ist, erschlagen uns die schlechten Nachrichten fast im Minutentakt, live und direkt auf dem neusten Smartphone oder dem gebogenen Flachbildschirm im XXL-Format (man gönnt sich ja sonst nichts). Und wie wir da so schön im Warmen und im Trockenen sitzen und mit vollem Bauch auf dem Tablet im Ferienkatalog blättern und uns überlegen, ob CHF 76.- für einen Flug nach London und zurück nicht ein bisschen viel sind oder ob wir den Schweinsbraten in Calvados zu CHF 9.90 das Kilo nicht irgendwo noch günstiger bekommen, kann einem bei all diesem schrecklichen Leid natürlich schon das schlechte Gewissen befallen. Aber Gott sei Dank hat der moderne Ablasshandel auch hier ein breites Angebot für uns Gutmenschen bereit.


Mit myclimate CO2 kompensieren, auf FSC-Papier drucken, mit dem FairPhone telefonieren, beim Spendenmarathon von "Jeder Rappen zählt" mitmachen und FairTrade-Kaffee trinken ist ja eigentlich auch eine gute Sache. Aber nicht immer ist "Gut gemeint" auch "Gut gemacht" und wenn beim ersten Blick die Idee "für jedes Paar verkaufter Schuhe spenden wir ein Paar Schuhe an Bedürftige" gut erscheint, ist bei genauem Hinsehen die ganze Sache etwas komplizierter. Trotzdem hat das "buy one - give one"-Modell bei den Konsumenten Erfolg, sei es bei Schuhen, Brillen oder auch im Kaffeehandel, wo zum Beispiel von Destas Coffee pro Kapsel Kaffee ein frisch gebackenes Brot gespendet wird. Das macht zwar satt, fördert und unterstützt aber in keiner Art die Initiative der Bevölkerung ihre Zukunft selber in die Hand zu nehmen. Coffee Circle baut Brunnen (sicher wichtig, um die Versorgung mit sauberem Wasser zu fördern, andererseits arbeitet Coffee Circle eng mit Technoserv (finanziert auch von der Bill Gates – Stiftung) zusammen, welche in ganz Äthiopien Washing Stations für die Nassaufbereitung von Kaffee baut und damit sinnlos Wasserressourcen verschwendet und erst noch die Böden mit belastetem Abwasser verschmutzt (siehe auch "140 Liter Wasser für eine Tasse Kaffee - nicht mit uns"). Und ein ganz neuer Stern am Himmel ist Direct Coffee, welche nun mit jedem Päckchen Kaffee Brillen für äthiopische Kinder finanzieren, auch das gut gemeint, aber wie schön wäre es doch, wenn die Bauern ihren Kindern aus eigenen Mitteln eine Brille kaufen könnten ...

Foto: Christian Putsch - Die Welt
Vielleicht haben Sie die Meldung in der Flut schrecklicher Nachrichten übersehen. In Äthiopien herrscht zurzeit aufgrund fehlender Niederschläge eine Hungersnot und das Land steht vor einer humanitären Katastrophe, so wie in den 80er-Jahren, schreibt Katrin Hafner von Helvetas. Daran ist nicht nur die Klimaerwärmung (El Niño lässt grüssen) schuld, sondern auch strukturelle Probleme wie DIE WELT sehr gut analysiert. Kurzfristige Nothilfe für äthiopischen Bevölkerung im Osten und Süden ist dringend nötig. Langfristig reicht es aber nicht aus, Brunnen zu bauen, Wasser und Brote abzugeben, sondern es muss darum gehen, der Bevölkerung Möglichkeiten zu schaffen, um selber aus der Armut herauszukommen. Nachhaltige Einkommensquellen v.a. auch für die ländliche Bevölkerung durch die Schaffung von Absatzmärkten für ihre Produkte und damit auch Arbeitsplätze und Micro-Unternehmen. Und natürlich ist auch ein vorsichtiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen wie Wasser, Erde und Wald von enormer Bedeutung. Wird der Wald abgeholzt, erodiert der Boden, die Ernten werden geringer und der Grundwasserspiegel geht zurück. So werden weitere Hungernöte, im Hinblick auf die globale Klimaerwärmung wahrscheinlich noch schlimmeren Ausmasses, folgen und wir werden wieder Hilfsgüter verteilen, doch die Menschen werden arm und abhängig bleiben.


Deshalb setzen wir auf die Entwicklung von Einkommen, die schonende Nutzung vorhandener, natürlicher Ressourcen, wie den Regenwald, investieren in den Aufbau von soliden Absatzmärkten und arbeiten direkt Hand in Hand mit den Kaffeebauern. Für unseren Kaffee wird kein Wald gerodet, er wird natürlich an der Sonne getrocknet und benötigt somit keinen Tropfen Wasser, die Kaffeeschalen werden künftig als Brennstoff im Kaffa-Kocher anstelle von Holz verwertet und die daraus entstehende Pflanzenkohle wird als Bodenverbesserer in die Natur zurückfliessen. Die Region Kaffa ist von der Hungerkatastrophe nicht direkt betroffen. Schwierig ist die Situation vor allem in den bereits schon sehr trockenen Gegenden im Osten und Süden des Landes, sowie zunehmend auch im Norden. Die Hügellandschaft mit den noch letzten Regenwaldbeständen in der Provinz Kaffa sind im Gegensatz zum Norden/Osten eher fruchtbar und grün. Bliebe hier aber infolge der Klimaveränderung die Regenzeit länger aus, würde sich die Situation natürlich auch rasch verschlechtern.

Copyright SRK, Remo Nägeli
Am nächsten Donnerstag, den 10. März, erklärt der renommierte Schweizer Klimaforscher Professor Thomas Stocker anlässlich der ersten Abendveranstaltung zur Sonderausstellung «Weltreise Rotes Kreuz», wie es zu klimabedingten Extremereignissen kommt. Seit Monaten ist Äthiopien von einer dramatischen Dürreperiode betroffen. Ein Phänomen, das immer häufiger und heftiger vorkommt und Millionen Menschen in ihrer Existenz bedroht. Ist dies eine Folge des Klimawandels? Wird das Klima grundsätzlich extremer? Diesen Fragen geht Stocker in seinem Referat nach. Für Auskünfte zur Arbeit des Roten Kreuzes und zur aktuellen Lage in Äthiopien steht der SRK-Länderverantwortliche Fabio Molinari zur Verfügung. Anschliessend sind die Gäste zu einer äthiopischen Kaffeezeremonie eingeladen und können sich in der Ausstellung «Weltreise Rotes Kreuz» gleich selbst auf die Reise nach Äthiopien machen. Dies alles ab 18h30 im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern.

Copyright Stiftung Green Ethiopia
Gerne verweisen wir in diesem Zusammenhang auch immer wieder auf die Stiftung Green Ethiopia die im Januar verdient den Energy Globe World Award in der Kategorie Earth und als Gesamtsieg entgegen nehmen durfte. Wir haben die wirklich grossartige Arbeit dieser Stiftung bereits hier im Blog präsentiert. Deren oberstes Ziel ist die Verbesserung der Ernährungs- und Lebenssituation von Menschen in Äthiopien zur nachhaltigen Armutsbekämpfung mittels Aufforstungen und Wassergewinnung in enger Zusammenarbeit mit Bauern- und Frauengenossenschaften. Dabei geht es nicht um Hilfslieferungen, sondern durch Hilfe zur Selbstentwicklung, die mit Aufforstungen beginnt und bei der Befähigung von Menschen endet, selbst ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern.  Zweck der der Stiftung sind Bekämpfung der Erosion und ihrer dramatischen Folgen durch Aufforstungen und die Unterstützung der äthiopischen Forst- und Landwirtschaft bei der Wiedererlangung von Ernährungssicherheit. Im Focus steht dabei der Kreislauf: Bäume - Wälder - Wasser - Nahrung - Leben.


Der Regenwald ist nicht nur ein wichtiges Reservat für die Biodiversität, er hat auch grossen Einfluss auf Klimaveränderungen und daraus resultierende Hungersnöte. Sein Schutz ist deshalb genau so wichtig wie die Unterstützung Notleidender, sei es von Flüchtlingen bei uns oder Hungernden in Äthiopien und anderswo. Wer mehr hat als er braucht, soll nicht höhere Zäune bauen sondern längere Tische.

Es ist wie bei allem anderen auch: Nur wer sich wirklich Zeit nimmt, um sich zu informieren kann auch abschätzen ob gut gemeintes auch tatsächlich Gutes bewirkt. Und es ist wie überall, perfekte, allumfassende Lösungen gibt es nicht, auch bei uns nicht. Aber es gibt diesen kleinen, feinen Unterschied. Den spüren Sie bei unserem Engagement und den schmecken Sie bei unserem Kaffee. Dafür engagieren wir uns, jeden Tag, frisch gestärkt mit (mindestens) einer Tasse Kaffa Wildkaffee. Machen Sie mit. Zusammen sind wir doppelt so stark.

Donnerstag, 9. Juli 2015

Das Kaffee Manifest

Ein Manifest ist ein Bekenntnis, eine öffentliche Erklärung zu was man steht, was einem wichtig ist. Mit einem Manifest schafft man ein Leitbild, eine Idee hinter der man sich scharen kann um Gleichgesinnte zu finden, mit der man sich abgrenzen, sich eine Identität geben kann. Seit längerer Zeit verspüren wir das Bedürfnis, unser Tun nicht nur einem wirtschaftlichen Zweck sondern auch einem grösseren Ganzen zu unterstellen. Einer/unserer Idee von Kaffee, mit der sich viele Menschen identifzieren können. Kaffee ist nämlich nicht nur Genussmittel sondern hat auch einen ganz wichtigen sozialen Aspekt, man trifft sich auf einen Kaffee, man macht eine Kaffeepause und einem wichtigen Kunden bietet man meist als erstes eine Tasse Kaffee an. 


Unsere Idee eines Kaffee Manifestes entstand aus dem Wunsch, etwas Allumfassenderes zu finden als ein Bio- oder ein Fairtrade-Label. Etwas, das mehr aussagt als ein Firmenleitbild. Eine Philosophie der sich viele Menschen verbunden fühlen und die wir so gemeinsam tragen können. Welches sind nun unsere Grundüberlegungen, wenn es um Kaffee geht?

Mehr Slow Coffee statt Fast Coffee
Kennen Sie Slow Food? Ganz kurz gesagt bedeutet Slow Food: gut, sauber, fair. Genau das verstehen wir unter Slow Coffee. Gut heisst qualitativ von hochstehender Qualität. Sauber bedeutet keine Verschmutzung der Umwelt, weder bei der Produktion noch bei der Verarbeitung. Und fair heisst, dass alle an der Wertschöpfungskette beteiligten Personen einen fairen Lohn für die geleistete Arbeit erhalten.

Mehr Magie statt Fun
"Man muss dem Kunden etwas bieten damit er wiederkommt" ist das Credo der Erlebnisgastronomie. Wir wünschen uns weniger Unterhaltung und dafür mehr magische Momente in denen Gedanken klarer werden und Lippen zu lächeln anfangen. Momente, in denen sich die Magie des Kaffees entfalten kann.

Mehr Genuss dank teilen
Wie bereits erwähnt hat Kaffee in unserer Gesellschaft eine wichtige soziale Rolle. Nach dem Motto "Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude" laden wir Sie ein, die Freude, den Kaffee-Genussmoment mit anderen Menschen zu teilen. Kaffee ist eine wunderbare Einladung zum kommunizieren, nutzen Sie sie. Mit Teilen meinen wir aber auch, dass man sich wirtschaftlich Schwächeren erinnert und vielleicht eine Caffè sospeso spendiert und/oder im Lieblingscafé initiert. Und mehr Genuss erreicht man auch, wenn Wissen geteilt wird. Eine offene Kommunikation unter den Kaffee-Profis finden wir sehr wertvoll.

Mehr Transparenz für mehr Vertrauen
In Zeiten, in denen Lebensmittelskandale fast alltäglich sind schafft Transparenz Vertrauen. Eine immer grössere Zahl von Menschen interssiert sich für die Herkunft, für den Ursprung ihrer Lebensmittel. Sie möchten wissen, welche Motivation und vor allem welche Menschen hinter einem Produkt stehen und freuen sich, zu diesen eine "persönliche" Beziehung aufbauen zu können.

Mehr Aroma durch frisch gemahlen
Vielleicht müsste man mal eine Aromakampagne starten und die Konsumentinnen und Konsumenten dazu bewegen, den Kaffee jeweils frisch zu mahlen, so wie das bereits unserer Grossmütter taten. Man müsste die Kaffeemühle zum genau so wichtigen Ustensil erklären wie es das Nudelholz oder das Rüstmesser ist und nur noch ganze Bohnen verkaufen. Ganz sicher übertreiben wir ein bisschen aber Kaffee IST etwas wertvolles und verdient es entsprechend behandelt zu werden. Wir widmen der Zubereitung des Kaffees deshalb mehr Aufmerksamkeit, erklären diese zum Ritual welches zelebriert werden soll. Das steht ganz sicher im Gegensatz zu unserem Zeitgeist in dem alles einfach möglichst schnell gehen soll. Aber wer sagt denn, dass alles Gut ist was Zeitgeist ist?

Mehr Coffee to stay statt Coffee to go
Dabei geht es uns um die Wertschätzung, um das Bewusstsein, was da eigentlich genau in der Tasse ist und auch ein bisschen um einfache Dankbarkeit für den Genuss-Moment, für die kleine Pause im hektischen Alltag. Kaffee soll auch so gut sein, dass man Lust hat zu bleiben und nicht so schnell wie möglich zum nächsten Termin zu düsen. Gemeinsam etwas Zeit zu teilen ist das grösste Geschenk das man jemandem machen kann.

Unser Kaffee Manifest ist eine Idee, ein Vorschlag. Wir würden uns sehr freuen, wenn daraus eine Diskussion entstehen würde und sich Menschen finden, gemeinsam ein Manifest zu erarbeiten welches, vielleicht als Bewegung, Steine ins Rollen bringt, Bewusstsein weckt, zum Geniessen anregt und Zeit schenkt. Das ist unsere Idee hinter dem Kaffee Manifest. Machen Sie mit?

Mittwoch, 3. Juni 2015

Auf Artvenvielfalt-Entdeckungstour in der Naturstation Silberweide

Wunderbare Biodiversität gilt es nicht nur in Äthiopiens Regenwäldern zu retten, auch hier bei uns in der Schweiz muss die Natur vom nimmersatten Übergriff des Menschen geschützt werden. So entschieden sich 1997 die sieben Gemeinden rund um den Greifensee im Zürcher Oberland eine Stiftung zu gründen mit dem Zweck, die Greifensee-Landschaft für Mensch und Natur zu erhalten. Das Greifensee-Schutzgebiet mit seinen 21km2 umfasst aber nicht bloss die Seefläche und Ufer sondern auch Kulturland und Waldflächen. Im Vergleich zu den Pfaden in unmittelbarer Ufernähe werden die anderen Wege aber selten begangen. Damit erhalten sie den Status eines echten Geheimtipps für Leute, welche gerne einmal etwas Neues entdecken und dem Besucherstrom an schönen Tagen ausweichen wollen. Vor zehn Jahren wurde die Naturstation Silberweide gebaut, das Besucherzentrum des Naturschutzgebietes rund um den Greifensee, welches heute jährlich über 11'000 Besucher empfängt. Auch diese liegt etwas abseits und ist eine Entdeckung wert.


Nathalie Séchaud, die charmante Leiterin der Naturstation, heisst uns an diesem grau-blauen Montagnachmittag willkommen. Sie erzählt über ihren reichen Arbeitsalltag und das Glück, so nah an und mit der Natur arbeiten zu können. Die Naturstation wird vor allem von Schulklassen besucht, kann aber auch für private Anlässe wie Geburtstage oder Teambildungs-Anlässe von Firmen gebucht werden. Nathalie empfiehlt dazu immer eine Führung, nicht nur um diesen idyllischen Ort besser kennenzulernen sondern um auch die grosse Artenvielfalt direkt erlebbar zu machen. Die Station bietet mit Spielplatz, Grillstelle und neu erstelltem Kiosk, in dem, sollte es mal Katzen hageln, bis zu 20 Leute Platz finden eine zweckvolle und doch grosszügige Infrastruktur.


Das wichtigste an der Naturstation sind aber die 5 Hektaren Magerwiesen, Hoch- und Flachmoore, und der Erlebnispfad der dadurch führt, die Teiche und die Vogelbeobachtungshütte (Hide) sowie der Barfussweg der zur grossen Silberweide führt und Kindern ganz besonders gut gefällt. Hier kann man Biberspuren sehen, Eisvögel beobachten oder sibirische Schwertlilien bewundern während dem im Hintergrund die Frösche quaken und der Storch hoch oben im Baum mit seinem Schnabel klappert. Am Fuss der Silberweide können Gross und Klein mit bereitgelegten Weidenzweigen auf einer dafür vorgesehenen Plattform selbst probieren ein Storchennest zu bauen. Gar nicht so einfach wie sich herausstellt und besonders eindrücklich wenn man bedenkt, dass die Vögel keine Hände zur Verfügung haben sondern dies allein mit dem Schnabel machen.


So gibt es in der Naturstation Silberweid ganz viele Möglichkeiten die Natur zu erfahren und zu beobachten. Die Idee ist, nur ganz wenige Informationen zum Konsumieren zu geben und die Besucher selber entdecken und sich auch selber beschäftigen zu lassen. Sich einfach mal still hinsetzen und schauen, was da alles kreucht und fleucht ist schon sehr eindrücklich. Und für alle, die sich nicht so auskennen bietet die Station hochspannende und lehrreiche Führungen an. Die Silberweid ist ein kleines Paradies. Nathalie und ihre sechsköpfige Crew, die auch von freiwilligen Helfern unterstützt werden, haben alle Hände voll zu tun um dieses zu unterhalten. Hier müssen Raupen frisch gefüttert werden, dort müssen Neophyten (gebietsfremde Pflanzen) entfernt werden, hier muss der Barfussweg in Stand gehalten werden und dort muss das Loch im Pavillon mit frischen Weidenzweigen ausgebessert werden, und das alles in Handarbeit. Dazu kommt die Betreuung der Schulklassen (die hier Naturbildung erhalten), des Kiosks, neue Führungen müssen geplant oder alte angepasst werden und vieles andere.


Bei unserem kurzen Besuch bekommen wir einen kleinen Einblick in einen enorm reichen und bereichernden Ort. Man könnte fast ein ganz Buch über die Station schreiben. Zum Beispiel, über die Ranger die für Information und Aufsicht im ganzen Greifensee-Schutzgebiet zuständig sind oder über die der Stiftung unterstellte Biberfachstelle. Dieses Tier bereitet nämlich nicht nur Freude, dementsprechend ist die Zusammenarbeit mit den Landwirten in der Umgebung verständlicherweise nicht immer einfach. Oder dass alle grösseren Vorhaben, wie an vielen anderen Orten auch, nur dank Spenden möglich sind. So soll zum Beispiel als Nächstes auf dem Spielplatz eine Baumhütte und eine Ritterburg entstehen. Erwähnenswert ist aber auch, dass die meisten Besuche so zwischen einer bis drei Stunden dauern, ein halber Tag aber empfehlenswert wäre. Und nicht vergessen möchten wir auch das Jubiläumsfest 10 Jahre Silberweide welches am Wochenende des 22./23. Augusts stattfindet und die zahlreichen öffentlichen Exkursionen (z.b. "Froschkönig und Verführerin" oder "Auf den Spuren des Bibers"), Workshops ("Flechten mit Weiden" oder "Naturfotografie vom Feinsten") Kurse ("Wildkräuter finden und geniessen" oder "Heimische Heilpflanzen") und Erzählnachmittage mit Märchen aus der Natur.



Es ist wirklich eindrücklich, was die Naturstation Silberweide, in Zusammenarbeit mit der Greifensee-Stiftung anbietet und auf die Beine gestellt hat. Wir können allen unseren LeserInnen, ob jung oder alt, ob mit Familie, Gruppe oder Verein, einen Besuch wärmstens empfehlen, am besten einen geführten. Nehmen Sie sich Zeit, lasssen Sie sich von der kostbaren Vielfalt der Natur überwältigen und geniessen Sie am Kiosk eine feine Tasse Kaffa Wildkaffee oder, kleiner Geheimtipp, kaufen Sie einen dieser wunderschönen Mehrjahreskalender. Die Silberweide ist jeweils Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 10 - 18 Uhr auch ohne Führung für alle Besucher offen.

Donnerstag, 7. Mai 2015

Fair Trade, Marketing-Witz oder echte Lebenshilfe?

Immer wenn das Thema Fair Trade aufs Tapet kommt gehen die Wogen in den Kommentarspalten hoch. Ein Thema, das zu polarisieren scheint und die Menschheit in zwei Lager spaltet: gutgläubige Weltverbesserer und haarscharf kalkulierende Allesbesserwisser. Gerade sind die Gemüter sich wieder am abkühlen - nach der letzten Titelstory des Beobachter - da kommt doch auch schon der nächste World Fair Trade Day (Samstag, 09. Mai). Für uns ein Grund, sich erneut mit dem Thema zu befassen und einen Beitrag zur sachlichen Auseinandersetzung mit diesem verflixt komplizierten Thema zu leisten.


Was heisst überhaupt fair? Ist es fair, oder gerecht, wenn ein Unternehmensleiter CHF 80'000 im Monat verdient und der schlechtbezahlteste Angestellte knapp CHF 4'000 wie bei der SBB? Ist es gerecht, wenn eine Frau mit den gleichen Qualifikationen im Schnitt 20% weniger verdient als ein Mann? Ist es gerecht, wenn der Vater für den verlorenen Sohn das gemästete Kalb schlachten lässt und ein Fest gibt? Die Frage nach Gerechtigkeit ist so alt wie die Menschheit und kann wohl nie abschliessend beurteilt werden. Gerechtigkeit muss also von Fall zu Fall beurteilt werden und wo es Regeln zur Beurteilung gibt, ist die Ungerechtigkeit nicht weit. Ist es gerecht, einen Fisch, eine Robbe, einen Elefanten, einen Affen und einen Vogel nach ihrer Fähigkeit zu beurteilen auf einen Baum klettern zu können? Wer fair sagt, muss also auch die Regeln fair handhaben. Ist es gerecht, für alle Kaffeebauern auf der Welt die gleichen Regeln aufzustellen oder müssen diese an die lokalen Bedingungen angepasst werden? Das kompliziert das System und die Überwachung der Regeln. Wie teilt man den Gewinn aus dem Verkauf eines Kilos Kaffee gerecht? Nehmen wir an, fünf Personen sind an der Wertschöpfungskette beteiligt. Soll der Gewinn durch fünf geteilt werden? Unabhängig vom geleisteten Aufwand? Wie wird dieser Aufwand gemessen? In Stunden, in Franken? Wie werden helfende Beziehungen bewertet? ... Wir könnten noch tausend Fragen stellen die alle aufzeigen, wie komplex es ist, Fair Trade fair zu beurteilen.


Das primäre Ziel von Fair Trade ist es, die Lebensbedingungen der Arbeiter in den Herkunftsländern zu verbessern. Dafür sind viele Menschen bereit, einen Mehrpreis zu zahlen (was grundsätzlich bedauernswert ist, da es eigentlich einfach normal sein sollte fair zu handeln). Ob das Ziel damit erreicht wird lässt sich messen. Leider sind die Resultate recht durchzogen wie zum Beispiel eine Studie über Fairtrade, Beschäftigung und Armutsbekämpfung vom April 2014 in Äthiopien und Uganda der University of London oder auch der bereits erwähnte Artikel im Beobachter aufzeigt. Dies mit der wie oben erwähnten Komplexität zu erklären, wäre zu einfach. Interessante Antworten findet man in der - subjektiven - Stellungnahme von Fair Trade Deutschland aber auch im objektiveren Beitrag der taz (wo auch die Kommentare lesenswert sind) oder der Huffington Post. Tatsache ist aber leider auch, dass dort, wo mit Ablasshandel Geld verdient wird Missbrauch entsteht. Wird eine Idee zur Industrie, nivelliert das - a fortiori - die Qualität nach unten. Es ist wie überall, der Konsument kann sein Vertrauen einfach einem Label verkaufen. Dann wird damit Kohle gemacht. Oder der Konsument nimmt sich selber die Zeit, genau hinzuschauen, weil ihm Fairness (oder Bio, oder vegan oder Qualität) echt wichtig ist und er nicht einfach nur sein Gewissen beruhigen will.


Echtes Fair Trade (oder Bio, oder vegan oder Qualität) findet man am ehesten bei kleinen Unternehmen. Dort, wo der Besitzer auch das Geschäft führt, wo eine unternehmerische Vision persönlich gelebt wird. Bei Kaffa Wildkaffee zum Beispiel steht die Geschäftsführerin Maria Müller selbst für fairen Handel gerade. Sie kennt die Produzenten in Äthiopien persönlich, handelt mit ihnen die Preise aus und weiss, dass sie mit dem höheren Verkaufspreis den Bauern ein höheres Einkommen generieren kann. Diese investieren das Geld in dem sie ihre Kinder zur Schule schicken, sich einen Ochsen kaufen oder sich eine neue Hütte mit richtigem Wellblechdach leisten können. Einfach eine neue Schule hinzustellen oder Brunnen zu bauen und dies gross rauszuposaunen, wie dies in gewissen Kaffeekreisen (um keine Namen zu nennen) gemacht wird, ist gemäss Maria Müller nicht sehr effizient. Denn vor Ort fehlen nicht unbedingt Schulen sondern das Schulsystem ist mangelhaft, es fehlen gut ausgebildete Lehrer und Lehrmethoden, die die Kinder wirklich weiterbringen. Aber in ein nachhaltiges Schulsystem zu investieren ist halt viel komplizierter und schwieriger zu verkaufen als ein brandneues Schulhaus. Das wichtigste beim fairen Handel ist, meint Maria Müller, sein eigenes Handeln immer kritisch zu hinterfragen. So ist sie sich zum Beispiel bewusst, dass mit der besseren Schulbildung alleine die Probleme nicht gelöst sind, denn die jungen Menschen ziehen dann in die Stadt, weil sie hoffen, dort besser bezahlte Arbeiten zu erhalten. Doch trotz einer aufstrebenden Industrie in der Hauptstadt Addis Abeba fehlt es an Arbeitsplätzen und vor allem an qualifizierten Ausbildungsstätten, die den jungen Leuten eine Basis für ihre berufliche Zukunft und somit ein späteres Einkommen geben. Deshalb schwirrt auch bereits eine Idee von Kaffa-Werkstätten vor Ort im Kopf herum, in der lokal Know-how gelehrt und praktisch angewandt werden könnte. Das wäre ein weiterer Baustein, um das primäre Ziel von Fair Trade, die Lebensumstände der Menschen in Äthiopien zu verbessern, konkret und messbar zu erreichen.

Und auch wenn es auch bei diesem Projekt ganz sicher wieder Einzelfälle gäbe, die nicht gerecht/fair behandelt werden, so glauben wir doch fest daran, dass es wichtiger ist, ein unverbesserlicher Weltverbesserer zu sein und konkret etwas zu tun als als Allesbesserwisser nichts zu tun mit der Begründung, allen Recht getan ist eine Kunst die sowieso niemand kann.

P.S.: Möchten Sie das Thema fairtiefen, empfehlen wir Ihnen unsere "Eco&Fair"-Playlist auf Youtube.

P.P.S.: Am Sonntag ist Muttertag. Fragen sie mal Ihre Mutter was für sie "gerecht" bedeutet. Mütter haben da nämlich oft eine ganz pragmatische Ansicht. Besonders wenn es ums fairteilen, zum Beispiel von Espresso-Gugelhöpfli mit Schoggiüberzug oder anderen Leckereien geht ...


Donnerstag, 12. März 2015

Wie nachhaltig ist Discounter-Bio?

Bio ist längst in den Regalen von Aldi, Lidl & Co. angekommen. Gut ist: Jetzt kann sich jeder Bio leisten. Allerdings bleibt die Frage: Wie nachhaltig ist Discounter-Bio? Und ist die Niedrigpreis-Strategie der Discounter überhaupt mit den Bio-Idealen vereinbar?


In der Werbung schaukeln uns die Grossverteiler und Discounter eine heile Biobauernwelt vor, genauso wie sie sich die Konsumenten am liebsten wünschen. Mit sauberen, freilaufenden Hühnern, saftigem Grün, einem roten, auf Hochglanz polierten Oldtimertraktor und jungen, fröhlichen Menschen. Alles perfekt. Alles perfekt? Leider nein. Viele der hiesigen Bauern kämpfen ums Überleben, der Milchpreis ist gerade auf 50 Rappen der Liter gesunken, und wenn man die Bioproduktion im Ausland anschaut, dann sind da weit und breit keine sauberen, freilaufenden Hühner, saftiges Grün und junge, fröhliche Menschen zu sehen, sondern quadratkilometergrosse Felder von Plastiktreibhäusern und Hilfsarbeiter aus Afrika, die zu Hungerlöhnen bezahlt werden. Fragt man die Migros oder Coop, warum es denn jetzt bereits Erdbeeren aus Spanien gibt, heisst es, man biete an, was der Markt wolle. Ganz so einfach ist es aber vermutlich nicht. Kauft der Kunde nicht einfach, was der Markt bietet? Das erinnert an die Frage, was zuerst da war, das Huhn oder das (goldene) Ei ...

copyright: focus.de
Als Konsument erwartet man von Bioprodukten eigentlich vor allem, dass sie die Natur respektierend produziert wurden, das heisst, dass keine synthetischen Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurden. Das heisst normalerweise, dass mehr menschliche Arbeit investiert werden muss, dass vielleicht weniger Ertrag erreicht wird, dass nicht alle Produkte den gängigen Schönheitsidealen entsprechen und deshalb fortgeschmissen werden müssen. All das verteuert das Produkt verständlicherweise. Und der Kunde ist bereit, dafür einen Mehrpreis zu bezahlen. Wie ist es nun aber möglich, dass Discounter Bio-Ware anbieten können, die immer billiger werden? Nun, in einem Markt der den Regeln von Angebot und Nachfrage folgt, können Grosseinkäufer den Preis drücken. Dies hat direkte Auswirkungen auf den Bauernstand, der sich marktwirtschaftlichen Regeln beugen muss, was konkret heisst, immer grössere Höfe mit Massenproduktion. So wird aus der Agri-Kultur Land-Wirtschaft. Die Frage, ob Bauern subventioniert werden sollen ist berechtigt, genauso aber die Frage, was mit unserer Gesellschaft passiert, wenn Kultur wirtschaftlich sein muss ...


Dass Bioprodukte billiger werden, hat zumindest eine gute Seite: Mehr Leute können sich gesündere Produkte leisten und die steigende Nachfrage erhöht die biologischen Anbauflächen. Auf der anderen Seite aber wird mit dem tiefen Preis den Produkten die Wertigkeit abgesprochen. Diese muss dann durch Werbekampagnen wieder hergestellt werden, wobei die Realität ziemlich verzerrt dargestellt wird. Wir sind der Meinung, Qualität hat ihren Preis. Und ganz egal ob Bio oder nicht, Lebensmittel sind heute grundsätzlich zu billig. Gemäss dem Schweizerischen Bundesamt für Statistik gibt ein Haushalt heute im Durchschnitt nur noch rund 7% des Budgets für Nahrung aus. Bei unseren Grosseltern waren es noch 30% und mehr. Über die Wertigkeit sollten wir uns deshalb vielleicht öfters wieder mal Gedanken machen ...

Und wie schaut das beim Kaffee aus? Auch Discounter haben Bio-Kaffee im Angebot. Schliesslich hat es einen Markt dafür. Möchten Sie wissen, wie (Bio-)Kaffee angebaut wird? Schauen Sie sich diesen Film an.


Kaffa Wildkaffee bräuchte eigentlich gar kein Biozertifikat, weil er gar nicht angebaut wird. Es ist wildwachsender Kaffee, der aus dem tropischen Urwald kommt, da werden überhaupt gar keine Dünger- und Pflanzenschutzmittel ausgebracht, weder synthetisch noch biologisch. Er ist ein 100% reines Naturprodukt, genauso wie es schon seit hunderten von Jahren geerntet wird und welches auch in der Verarbeitung keine pilz- oder fäulnishemmenden Substanzen erhält. Das macht unseren Kaffee aufwändiger, teurer. Aber Kaffa Wildkaffee ist deshalb nicht teuer, nein, er ist Preis-wert. Ob das auch beim billigen Discounter-Biokaffee der Fall ist?

Links zum Thema:
Billig-Bio vom Discounter: Das sagen die Experten
Lidl streut uns Sand in die Augen

Freitag, 5. Dezember 2014

Wildkaffee-Produktionsabfälle schützen den Regenwald

Dass Wildkaffee mit Abstand der ökologischste Kaffee ist den es überhaupt gibt, ist in der Zwischenzeit allgemein anerkannt (siehe auch "Wie nachhaltig ist Kaffee eigentlich?"). Und im Gegensatz zum Plantagenkaffee schützt der Kaffee aus Wildsammlung auch gleich noch den fürs Klima und die Biodiversität wichtigen tropischen Regenwald. Jetzt endlich sollen auch die Produktionsabfälle zum Waldschutz beitragen. Durch die Herstellung von Biokohle, die auch als Dünger eingesetzt werden kann soll der Naturkreislauf gänzlich geschlossen werden.

So verschwenderisch die Natur auch sein mag, Abfälle kennt sie nicht. Alles was nicht mehr gebraucht wird stirbt und dient als Nahrung für andere Organismen. Beim Schälen der sonnengetrockneten Kaffeekirschen jedoch fallen jährlich 500 Tonnen Abfälle an – die ungenutzt verrotten. Was tun damit? Seit September entwickelt die Arbeitsgemeinschaft mit der Schweizer Initiative „Bonnepomme“ und weiteren Partnern wie "GEO schützt den Regenwald" spezielle Kochöfen, die mittels Pyrolyse die schwer brennbaren Abfälle nutzen. Dabei wird der Brennprozess so gesteuert, dass aus den Schalen stammendes Gas verbrennt, während das Pflanzenmaterial selbst verkohlt. Die Kohle kann wieder zum Kochen oder als Dünger genutzt werden.

Im vom Weinhändler Delinat gegründeten Ithaka Institut im Wallis wird seit mehreren Jahren an der Pflanzenkohle geforscht, mit äusserst vielversprechenden Resultaten. Pflanzenkohle mag einer der ältesten Bodenverbesserer der Menschheitsgeschichte sein, in der Wissenschaftsgeschichte jedoch ist die Erforschung der Pflanzenkohle einer der jüngsten Fachbereiche. In den letzten fünf Jahren hat dieser Forschungsbereich allerdings eine so hoch dynamische Entwicklung genommen, dass derzeit geradezu wöchentlich neue Erkenntnisse veröffentlicht werden. Besonders große Hoffnungen verknüpfen sich mit dem Einsatz der Pflanzenkohle als landwirtschaftlichen Bodenverbesserer.

Hans-Peter Schmidt, Leiter des Instituts,  nennt 55 (!) Anwendungsgebiete für Pflanzenkohle. So kann die Pflanzenkohle ins Tierfutter und unter die Einstreu gemischt werden. Der daraus gewonnene Mist bringt dann auch die besten Resultate als Bodenverbesserer. Höhere Produktivität und stärkere, gegen Krankheiten und Schädlinge resistentere Pflanzen sind die Folge. Negative Folgen gibt es, ausser bei falscher Anwendung, keine.

Ingenieur Stephan Gutzwiller hat in Haiti einen Lowtech-Pyrolysekocher mit entwickelt. Nun tüftelt er mit äthiopischen Experten an Varianten des „Kaffa-Kochers“: einem „normalen“ Typ sowie einem speziellen für die Zubereitung der Nationalspeise Injera, großen Sauerteigfladen. Nadine Guthapfel von Bonnepomme ist diese Woche mit dem ersten Prototypen nach Ähtiopien gereist um ihn vor Ort zu testen und mit lokalen Handwerkern und lokalen Materialien nachzubauen. Sind die Prototypen ausgereift, sollen die Öfen dann auch von lokalen Produzenten produziert und verkauft werden. So entstehen Arbeitsplätze. Die bei der Pyrolyse der Kaffeeschalen entstehenden Abgase werden als Kochenergie benutzt und die produzierte Pflanzenkohle wird in den Naturkreislauf zurückgeführt.

Maria Müller, Geschäftsleiterin von Original Food, ist begeistert von diesem Projekt sind ihr doch die teilweise vor sich hin mottenden Kaffeeabfallberge schon länger ein Dorn im Auge. Sie unterstützt deshalb dieses Projekt von ganzen Kräften, nicht nur, weil so der ökologischste Kaffee den es gibt noch ökologischer wird, sondern vor allem hat es ihr der Naturkreislauf angetan. Die Natur beschenkt uns mit wildem Kaffee, wir geben der Natur statt Abfall wertvolle Pflanzenkohle zurück. Ein kleines Dankeschön.

http://www.kaffakocher.ch
Noch ist das Ziel aber nicht erreicht. Wie immer braucht auch diese Idee finanzielle Mittel. Heute fehlen noch CHF 15'000.- damit das Projekt erfolgreich lanciert werden kann. Die Arbeitsgemeinschaft hat deshalb einen Crowdfundingaktion gestartet die speziell am heutigen Kaffakocher-Tag von vielen Bioläden unterstütz wird, 50% ihres Tagesumsatzes an Kaffa-Produkten gehen als Spende an das Projekt. Machen auch Sie mit, jede Spende zählt. Ein herzliches Dankeschön auch Ihnen schon im voraus.

Freitag, 14. November 2014

Wie "nachhaltig" ist Kaffee eigentlich?

Als verantwortungsvolle Konsumentin und als wacher Bürger wünscht man sich möglichst nachhaltig zu leben. Damit wird ein Lebensstil gemeint der bewussten Umgang mit Ressourcen voraussetzt und Mensch und Umwelt respektvoll behandelt. Leider wurde aber dieser einst sinn-volle Begriffe über die Jahre zu einer leeren Worthülse mit inflationärem Gebrauch. Politik und Wirtschaft haben das Wort für sich gepachtet und in ein grünes Mäntelchen verwandelt welches ganz schön viel Kohle reinbringt. Verantwortungsvoll sein liegt anscheinden im Trend und beruhigt das Gewissen. Und lässt sich damit gutes Geld verdienen ist der Wirtschaft die eigentliche Bedeutung des Wortes egal, hauptsache die Kasse stimmt.

Kein Wunder deshalb gibt es kaum einen Tag, an dem nicht ein neues Label auf den Mark kommt welches uns verspricht, Gutes zu Tun. Sofern wir das damit beklebte Produkt kaufen. Über die grassierene Labelitis haben wir bereits in diesem Artikel (Das einzige Label das die Welt wirklich braucht) gesprochen. Heute möchten wir der Frage auf den Grund gehen was nachhaltiger Kaffee überhaupt bedeutet.

Copyright am Ende des Beitrages


Nachhaltig, um dieses Gummiwort erst mal zu definieren, bedeutet eigentlich folgendes: Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des jeweiligen Systems im Vordergrund steht. Mit der Arbeit der Brundlandt-Kommission der UN und der darauf folgenden UN Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 wurde ein Begriffsverständnis von Nachhaltigkeit salonfähig, das verschiedene politische Interessen vereinen sollte; dabei sollten umweltpolitische Ziele den ökonomischen und sozialen Entwicklungszielen gleichgestellt werden. Die Bezeichnung Nachhaltigkeit wird hier als Zielbündel verwendet: dauerhaft stabile Gesellschaften seien zu erreichen, indem ökologische, ökonomische und soziale Ziele nicht gegeneinander ausgespielt, sondern gleichrangig angestrebt würden. Dieses Begriffsverständnis von Nachhaltigkeit enthält den Anspruch, dass diese Ziele für alle Länder der Welt (globale Gerechtigkeit) und für künftige Generationen (Generationengerechtigkeit) gelten.
Wer sich vertieft mit der Problematik der Begrifflichkeit auseinandersetzen möchte, dem sei auch der Wikipedia-Artikel "Nachhaltige Entwicklung" empfohlen.

Nachhaltiger Kaffee bedeutet also Kaffee, der ökologischer Herkunft ist, ökonomisch sinnvoll und soziale Ansprüche bedient. Solange die ökonomische Komponente Bestandteil des Nachhaltigkeitsbegriffes ist, basiert dieser immer auf Wirtschafsmodell des Wachstums. In einer Welt der begrenzten Ressourcen ist unbegrenztes Wachstum allerdings ein Ding der Unmöglichkeit, wer daran glaubt entweder ein Verrückter oder ein Ökonom wie Kenneth E. Boulding sagte. Im weiteren setzt sie eine Gesellschaft voraus in der sich Leistung lohnen muss. Da stellen sich grundsätzliche Fragen der Weltanschauung, die jeder für sich beantworten muss.

Lassen wir also die ökonomische Komponente mal aussen vor und betrachten wir die zwei restlichen. Was ist ökolgischer Kaffee? Auch zur Ökologie kann man bei Wikipedia eine ganze Abhandlung lesen. Als Normalbürger und Konsument verstehen wir darunter ein Produkt, das aus möglichst natürlichem Anbau stammt. Je weniger es dabei mit synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln in Berührung kam desto besser. Hier stellt sich nun die grosse Frage: Was ist erlaubt und wieviel ist erlaubt? Da hier natürlicherweise die Ansichten auseindergehen, eine Abgrenzung und damit Kontrollen gefragt sind braucht es Zertifizierungen und somit Labels. Logischerweise müsste ja der, der ein bisschen synthetische Hilfe braucht ein bisschen Labeln und der, der ganz ohne Boden auskommt, also im Winter Hors sol-Tomaten im geheizten Treibhaus produziert alle synthetischen Hilfs-, Nähr- und Zusatzstoffe deklarieren. Leider ist unser Wirtschaftssystem aber nicht logisch aufgebaut und deshalb müssen alle Bauern, die arbeiten so wie es ihre Väter und Urgrossväter schon taten dies teuer beweisen und Ihre Produkte mit einem Bio-Kleber versehen oder Plastikfolie verschweissen. Was für ein Unsinn!
Was also ist ökologischer Kaffee? Nun, diese Frage muss eigentlich jeder für sich beantworten. Wieviele Spritzmittel akzeptieren Sie in Ihrem Bio-Kaffee? Das Bio-Label ist nämlich keine Garantie für ein vollständig natürliches Produkt. Wir glauben, da macht sich niemand mehr was vor ... Wobei die Frage Bio oder nicht eigentlich nur einen kleinen Teil ausmacht. Das wirklich grosse ökologische Problem beim Kaffee ist die Verarbeitungsart. Der meiste Kaffee wird gewaschen und das ist eine ökologische Katastrophe über die wir bereits in dem Beitrag "140 Liter Wasser für eine Tasse Kaffee" informiert haben. Für uns ist deshalb der ökologischste Kaffee den es überhaupt gibt im Urwald gewachsener und an der Sonne getrockneter Wildkaffee.

Kommen wir zur sozialen Komponente. Was ist sozialer Kaffee? Hier ist es ähnlich wie bei der ökologischem. Es braucht Labels um zu beweisen wie fair ein Produkt gehandelt wurde. Was aber heisst fair? Sind alle - von der Produktion bis zum Verbraucher - beteiligten Personen einverstanden mit der Definition von fair? Schade überhaupt, dass es dazu ein Label braucht, das im übrigen auch bezahlt werden muss ... Auch hier stellt sich dem Verbraucher die Frage, wieviel Vertrauen er einer Zertifizierungsorganisation delegieren will, bzw. muss, weil er sich ja nicht einfach so ein Bild vor Ort machen kann. Die Grundidee, benachteiligten Kleinproduzenten stabile Preise, Marktzugang und faire Arbeitsbedingungen zu verschaffen, ist unumstritten. Und sicher ist auch, dass dank dem Fairtrade-Engagement in den letzten Jahren einiges verbessert wurde. Leider wird Fairtrade heute zunehmend zur Massenware, an dem nicht nur Fairtrade-Lizenzgeber und Kontrollinstitute, sondern auch Industrie und Handel gutes Geld verdienen. Je breiter das Label vermarktet wird, je mehr muss es auch den Bedürfnissen von Grossproduzenten und -Konzernen entsprechen. Und je mehr Fairtrade-Produkte auf dem Markt sind, je stärker wird der Verdrängungswettbewerb und schlussendlich der Druck auf die Abnahmepreise (Mindestpreise) bei den Produzenten im Ursprung. Dazu braucht es, im bereits dichten Labelwald, nicht noch mehr neue Labels und Begriffe wie Direct Trade (in den meisten Ländern ist dies gar nicht möglich weil es eine Exportlizenz braucht, die kostet viel Geld und die können sich die Bauer oder Kooperativen oft gar nicht leisten ...), etc. die wie Pilze aus dem Boden schiessen, sondern ehrliches Commitment und Transparenz. Ein partnerschaftliches, gemeinsames Wirtschaften auf Augenhöhe mit den Produzenten im Ursprung. Sie stellen erstklassige, ökologisch saubere und sozial verträgliche Rohstoffe her. Dafür erhalten sie angemessene Preise, die es ihnen erlauben, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und in ihre Infrastruktur zu investieren. So dreht sich die Spirale für alle Beteiligten nach oben. Was also ist sozialer Kaffee? Eine abschliessende Antwort wird es kaum geben.

Nun haben sich findige Unternehmen aus dem Lebensmittelsektor daran gemacht neue Labels zu kreieren die aufräumen sollen mit dem Wildwuchs. Statt zwei Label, bio und fair, braucht es nur noch eines: UTZ zum Beispiel heisst so ein Wunderding, Rainforest Alliance ein Anderes. Die Idee ist gut, nur sind die Bedingungen in den meisten Bereichen wässriger, was nicht verwundert wen man weiss, dass dieses von der Industrie kreiert wurde und nicht von einer unabhängigen Goodwill-Organisation. Was die Erklärung von Bern, ein gemeinnütziger, unabhängiger Verein, der sich seit mehr als vierzig Jahren für gerechtere Beziehungen zwischen der Schweiz und von der Globalisierung benachteiligter Länder einsetzt davon hält können Sie hier nachlesen. Zwar nimmt diese Analyse auf den Kakao-Anbau Bezug, die Standards gelten aber genau so für den Kaffee-Handel.

Dass sich gemeinsames wirtschaftliches Handeln sowie ökologische und soziales Verantwortung erfolgreich vereinbaren lassen, zeigt auch das Beispiel von Kaffa Wildkaffee. Schlussendlich trägt jede und jeder von uns mit einem bewussten Konsum dazu bei, dass sich die Bedingungen für die Schwächsten in der Wertschöpfungskette "nachhaltig" verbessern. Achten wir mehr auf die Herkunft, Qualität und Verarbeitung unserer Produkte anstatt uns von Labels und Schnäppchen leiten zu lassen. Ein weiteres konkretes Beispiel unseres Engagements ist die Unterstützung des Projektes Kaffakocher. Bei diesem Crowdfunding-Projekt geht es darum, dass dank einem vor Ort gebauten Low-Tech Pyrolysekocher aus Kaffeeabfall Kochenergie wird.

Eigentlich müsste ein neues Wort kreiert werden für Produkte die ökologisch, sozial und gut sind. Slow wäre so ein Wort. Slow Food ist gut, sauber, fair. Gut im Geschmack, sauber, bzw. so natürlich wie möglich und fair in der Produktion. In diesem Sinne ist Kaffa Wildkaffee ganz sicher Slow Coffee. Aber für unseren Anspruch ist das zuwenig. Wir suchen ein Wort das "Nachhaltig" ersetzt und das noch stärker ist als Slow. Haben Sie eine Idee?

Gerne erklären wir Ihnen mehr dazu bei einer feinen Tasse "nachaltigen" Wildkaffee am diesjährigen Slow Food Market der von heute Freitag bis am Sonntag in der alten Messehalle (9) in Zürich stattfindet. Wir freuen uns auf Ihren Besuch am Stand 181.

Copyright Bild Nachhaltigkeit:„Nachhaltigkeit“ von Kitaki test2 - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nachhaltigkeit.jpg#mediaviewer/File:Nachhaltigkeit.jpg

Sonntag, 26. Oktober 2014

Kaffakocher - 7 Fliegen auf einen Streich

Ist Ihnen das auch schon passiert? Manchmal gibt es Ideen bei denen man sich fragt, warum man da nicht schon früher darauf gekommen ist. Die sind meist ganz simpel und von einer stupenden Effektivität. Beim Kaffakocher handelt es sich um so eine Idee. "Nichts ist stärker als eine Idee deren Zeit gekommen ist" sagte schon Victor Hugo. Genau deshalb laden wir Sie heute ein das Kaffakocher-Projekt, welches 7 Fliegen auf einen Streich schlägt, besser kennen zu lernen. Und, sollten wir Sie überzeugen, hoffen wir natürlich auch auf Ihre (finanzielle) Unterstützung.

Ein Kocher der 7 Fliegen auf einen Streich schlägt, ist eine enorme Ansage. Schauen wir uns dieses kurze Video an, das uns erklärt, um was es überhaupt geht:

Kurz zusammengefasst geht es darum, dass im äthiopischen Kaffa-Bergregenwald anstelle von wertvollem Holz der trockene, an sich unbrennbare Kaffeeschalen-Abfall aus der Kaffeeherstellung als Brennmaterial verwendet werden soll. Dazu werden vor Ort energieeffiziente Low-Tech Pyrolysekocher hergestellt. Dadurch  können die sonst üblichen rauchigen, offenen Feuerstellen ersetzt werden. Bei der Entwicklung und Umsetzung wird eng mit der lokalen Bevölkerung zusammengearbeitet. Schweizer Know-How wird gepaart mit äthiopischer Erfahrung. Die Kocher werden von lokalen Handwerkern hergestellt und verkauft. Kleinunternehmertum wird gefördert, Klima und Wald werden geschont und der Kaffeeabfall sinnvoll genutzt. Vor allem aber erhalten Frauen zusätzliche Perspektiven und sind mit ihren Kindern auch nicht mehr dem Rauch der offenen Feuerstellen ausgesetzt. Frauen und Kinder können gesünder leben.


Schön und gut, aber was genau ist ein Pyrolysekocher? Im Zusammenhang mit der Backofenreinigung haben das Wort sicher schon einige gehört. Es handelt sich bei Pyrolyse bzw. pyrolytischer Zersetzung (von altgriechisch πῦρ pyr ‚Feuer‘ und λύσις lýsis ‚(Auf)Lösung‘) um eine thermo-chemische Spaltung organischer Verbindungen, wobei durch hohe Temperaturen (200–900 °C) ein Bindungsbruch innerhalb großer Moleküle in kleinere erzwungen wird. Soviel zum physikalischen Hintergrund. Für den Laien verständlich gesagt geht es darum, Produkte nicht zu verbrennen sondern zu verkohlen. Der frühere Beruf des Köhlers könnte also auch Pyrolisateur genannt werden. Beim Verkohlen entstehen Gase, diese werden im Pyrolysekocher abgefackelt und als Energiequelle zum Kochen benutzt. Stephan Gutzwiller, der mit seiner Firma Kaskad-E am Projekt beteiligt ist, hat bereits Pyrolysekocher für Haiti entwickelt. Dieses Modell muss nun weiterentwickelt werden, um zum einen die sehr schlecht brennbaren Kaffeeschalen als Abfall zu verkohlen und zum anderen, um den Kocher auf die lokale Küchentradition anzupassen. Die beim Pyrolyseprozess während dem Kochen entstehende Pflanzenkohle wird entweder als Ersatz von Holzkohle für die traditionelle Kaffeezeremonie weiterverwendet oder zusammen mit Kompost oder Tiermist aktiviert (Terra Preta) und als Bodenverbesserer in den Boden eingebracht. Dies ist ein sehr guter Ersatz von chemischem Dünger, er erhöht die Bodenfruchtbarkeit und schliesst so auf wunderbare Art und Weise den Nährstoffkreislauf des Kaffa Wildkaffees.


Nun haben sich vier Personen zu einem Initiantenteam "Kaffakocher" zusammengeschlossen, um dieser Idee Leben einzuhauchen. Seit Monaten arbeiten sie an diesem Projekt und sind nun soweit, dass diese ausgezeichnete Idee realisiert werden könnte. Könnte! Denn es braucht dazu finanzielle Mittel.
Die gesamten Kosten des Pilotprojektes belaufen sich auf 174’000 CHF. Der Bund unterstützt die Trägerschaft über die Plattform REPIC mit 50%. Weiter wird sie von Geo schützt den Regenwald unterstützt. Sie selbst und ihre Partner bringen viele Eigenleistungen hinein. Es fehlen noch 50‘000 CHF. Einen Teil davon erhoffen sie sich von weiteren Partnern und Stiftungen. Und die letzten 30‘000 CHF möchten sie über Crowdfunding finden. Aber bevor wir Sie, um ihre aktive Mithilfe bitten, möchten wir doch noch kurz auf die 7 Fliegen zurückkommen, die da mit Ihrer Unterstützung auf einen Streich geschlagen werden sollen:

 1. Fliege: Kaffeeabfall-Verwertung

Bei der Gewinnung von Kaffee mittels sonnengetrocknetem Verfahren bleibt getrocknete Schale (sogenannte Pulpe, sowie Pergamenthäutchen) als Kaffeeabfall zurück. Diese lagern bei den Verarbeitungsbetrieben meist ungenutzt auf Abfallhaufen. Dadurch, dass die Abfallhaufen nicht mehr vor sich hinmotten sondern in Pflanzenkohle umgewandelt werden wird CO2 reduziert.
 2. Fliege: Einkommensmöglichkeiten für Frauen

Mit den Pyrolysekochern können sich Frauen auch als Kleinunternehmerinnen für den Verkauf von Injeras-Sauerteigfladen (Nationalgericht) betätigen. Kostenersparnis für die Nutzer und Zeitersparnis vor allem für Frauen und Mädchen (weniger Holz sammeln und tragen, zeitsparender Kochvorgang), dadurch mehr Zeit für Bildung und einkommensgenerierende Aktivitäten.
 3. Fliege: Energieeffizienter Low-Tech-Kocher

Darin werden die Kaffeeschalen entgast und das Gas zum Brennen gebracht. Mit diesem Kocher können rund 65-70 % Energie und viel Brennholz gespart werden.
 4. Fliege: Aufbau lokaler Geschäftsmöglichkeiten, verminderte Armut

Lokale Kleinunternehmer produzieren und vermarkten diese Pyrolysekocher. Auch für Annahme und Weiterverkauf der Pflanzenkohle gibt es lokale Kleinunternehmer. Dadurch werden Einkommen generiert.
 5. Fliege: Schutz des Regenwaldes als Klimaregulator

In der Provinz Kaffa stehen heute nur noch 200'000 Hektar intakter Bergregenwald und die gesamte Waldfläche Äthiopiens ist von einst 40% auf 2.7% geschrumpft. Die fortgeschrittene Entwaldung führt in weiten Teilen des Landes dazu, dass Holz nur nach Zurücklegen weiter Strecken gesammelt oder zu hohen und stetig weitersteigenden Preisen gekauft werden kann. Durch die Schonung des Waldes als Brennholzlieferant wird CO2 gebunden.
 6. Fliege: Ertragssteigerung auf den Feldern

Dank dem Einsatz von Pflanzenkohle kann der Boden verbessert, CO2 gebunden, der Ertrag gesteigert und die Ernährungssituaton verbessert werden.
 7. Fliege: Verbesserte Gesundheit der lokalen Bevölkerung

Traditionel wird auf dem Land meist auf offenem Feuer mit drei Steinen gekocht, was in den Hütten eine enorme Rauchentwicklung verursacht und gesundheitsschädigend ist. Vor allem Frauen und Kinder atmen ständig diesen Rauch ein. Der Pyrolysekocher ist praktisch rauchfrei.

Wenn Sie nun auch der Auffassung sind, dieses Projekt verdiene es zum Fliegen zu kommen, würden wir uns über Ihre Unterstützung sehr freuen. Mit dem Crowdfunding-Ziel von 30‘000 CHF können erste Kocher in Äthiopien hergestellt, Handwerker ausgebildet und die Kocher verbreitet werden.

http://www.kaffakocher.ch/

Mitfinanzieren können Sie dieses Projekt auf der Kaffakocher-Website, wo Sie auch viele weitere Informationen finden. Selbstverständlich können Sie aber auch "nur" Werbung machen und diese Projekt in Ihrem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis bekannt machen. Oder Sie machen beides.

Wir vom Kaffa-Wildkaffee-Team bedanken uns schon im voraus sehr herzlich für Ihre Unterstützung, egal welcher Art. Wir werden Sie an dieser Stelle, und natürlich auch speziell auf unseren Facebook-Seiten Kaffa Wildkaffee und Kaffakocher über die Fortschritte des Projektes auf dem Laufenden halten.

P.S.: Sind Sie eine nachhaltige Unternehmerin oder ein sozial engagierter Firmeninhaber? Wie wäre es, wenn Sie, anstelle der alljährlichen Kundengeschenke, Ihr Engagement mit einer Spende unterstreichen?

P.P.S.: Wie bei Crowdfunding-Projekten üblich gibt es auch bei Kaffakocher tolle Prämien als Gegenleistung für Ihre Spende, z.B. eine Postkarte direkt aus Äthiopien, ein Paket frisch gerösteter Kaffa-Wildkaffee oder ein Kaffa-Wildkaffee-Abonnement inklusive einem Pyrolysekocher-Znacht. Am besten schauen Sie doch ganz einfach selber nach.